St. Michaelis in Hildesheim

Ohne Bestuhlung ein sehenswertes Ereignis –

Raumerleben in aller Stille, beeindruckende Farbigkeit, Architektur und Licht – Anlass für eine selten mögliche fotografische Übersicht.

Zum Einsatz kamen die Fujifilm X-T2, eine spiegellose APS-C-Kamera mit dem Fujinon 50mm/f2 sowie die Canon 5D Mark2, eine Kleinbild-Vollformatkamera mit dem stabilisierten Zoom 16-35mm/f4. Die hier gezeigten Fotografien der X-T2 sind sämtlich in der Kamera entwickelte JPGs, die mit Lightroom CC für das Web aufbereitet wurden. Mit der 5D Mark2 arbeite ich ausschließlich im RAW-Format, wobei die Bildentwicklung und Vorbereitung für das Web auch hier wieder mit Lightroom CC erfolgte.

An der Fujifilm X-T2 habe ich bei dieser Gelegenheit ausschließlich das Fujinon 50 mm/f2 benutzt, was von der Brennweite einem Vollformat-Äquivalent von ca. 75 mm entspricht. Trotz des lichtdurchfluteten Raumes sind in vielen Bereichen des Kirchenschiffes die Lichtverhältnisse teils spärlich, so dass hier für Detailaufnahmen die obere ISO-Grenze von 12800 immer wieder erreicht wurde. Bei einigen Aufnahmen konnte ich feststellen, dass die Objektiv-Qualität und das optische Verhalten der Kamera unter diesen Bedingungen immer noch Ausschnitt-Vergrößerungen zulässt – zumindest für die Webpräsentation. Hier also zunächst die Aufnahmen mit der X-T2:

Die Holzdecke:

Einige Säulenkapitelle:

Eine optisch abweichende Charakteristik der Canon 5DII ist zweifelsfrei. Das Zoom-Objektiv hat Festbrennweiten-Niveau. Da ich bisher ohne Farbkalibrierung bei den Aufnahmen und der Bildentwicklung arbeite, sind die Farbdarstellungen nicht „geeicht“ und differieren deutlich. Ohne Kalibrierung tendiert die Fujifilm zu einer eher kühleren Farbgebung, die Canon wirkt etwas wärmer. Das Weitwinkelzoom wurde überwiegend im Brennweitenbereich von 16-20 mm (bezogen auf das Vollformat) eingesetzt. Nun zu den Bildern der 5DII (in „knalligem“ Canon-Rot):

 

Bemerkenswert sind die physikalischen Unterschiede zwischen den beiden Kamerasystemen. Einerseits die kleine, leichte X-T2 mit dem geradezu „winzigen“ Objektiv, andererseits die große, massige, auf Dauer schwerer zu tragende 5DII. Beeindruckend ist aber gerade in einem solchen Raum der Stille der akustische Unterschied. Hier die durch den mechanischen Verschluss und besonders durch den Spiegelschlag laut hallende 5DII, dort die durch den elektronischen Verschluss und den lautlosen Autofokus unhörbare X-T2 – auch in diesem akustischen Sinne eine Reminiszenz an das System der M-Leica von Leitz.

Leichtigkeit und Lautlosigkeit erschließen neue Motive …

Kleiner Nachtrag zum knalligen Canon-Rot: O.K., ich hätte die Farbtemperatur anheben und den Sättigungsregler in Lightroom etwas zurücknehmen können. Aber das habe ich gerade nicht gewollt. 1.) Die beeindruckende Farbigkeit nimmt den Canon-Aufnahmen etwas vom rein Dokumentarischen. 2.) Die Farbeigenschaft der 5D Mark2 war neben dem beispiellosen Auflösungsvermögen gerade eine der Gründe vor vielen Jahren, mein vorheriges Kamera-System zu verlassen und zu Canon zu wechseln.

Beim Vergleich der „Canon-Farben“ gegenüber den „Fujifarben“ muss man wiederum berücksichtigen, dass ein Großteil der obigen Fuji-Aufnahmen in Bereichen getätigt wurde, in denen die 5D Mark2 ohne Fremdlicht oder Stativ faktisch nicht mehr einsetzbar ist. Davon abgesehen, kenne ich die Farbmöglichkeiten der Canon seit vielen Jahren gut und weiß sie konstant einzusetzen, wohingegen das Neue und die Andersartigkeit der X-T2 zu immer neuen Experimenten verleitet…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.