Im Garten

Frühlingserwachen mit 6 x 6 und APSC.

Seit den Anfängen meiner fotografischen Gehversuche habe ich eine tiefe Bewunderung vor dem Tonwertreichtum und der Bildwirkung von Mittelformataufnahmen. Obwohl ich das 2:3-Handtuchformat des Kleinbildfilms schätze, finde ich doch einen besonderen Reiz in dem quadratischen Bild der 6×6 cm Mittelformatnegative.

In der folgenden kleinen SW-Galerie stelle ich 6×6 dem APSC gegenüber. Die Mittelformataufnahmen sind gescannte und ansonsten unbearbeitete Negative, die lediglich für das Web auf eine lange Kante von 1600 Px herunter gerechnet wurden (bei einem Kompressionsgrad von 69%). Hinsichtlich der Größenreduktion wurde mit den RAW-Aufnahmen aus der APSC-Kamera gleichartig verfahren. Die vorhergehende RAW-Entwicklung in Lightroom mit quadratischer Ausschnittbegrenzung sollte eine ähnliche Anmutung wie die MF-Aufnahmen erzeugen (Dichte, Kontrast, etc.). Es erfolgte eine einfache SW-Umwandlung in Lightroom, künstliches Korn wurde nicht hinzugefügt.

Die Belichtungszeiten, zumeist bei einer Blende von 8, waren in beiden Kameras identisch. Die 6×6-Kamera ist mit einem 75 mm Objektiv versehen, die APSC-Kamera mit einem 35 mm Objektiv. Anhand der Objektivdaten dürfte die Zuordnung der beiden Bildspalten nicht schwer fallen, insbesondere wenn man Schärfentiefebereich bzw. Bokeh mit berücksichtigt. Jedes einzelne Bild kann in der Galerie in Maximalgröße aufgerufen werden. Als SW-Negativfilm kam der Ilford XP2 zum Einsatz. Filmentwicklung und Negativscan erfolgte durch meinfilmlab.de. Als Scan mit der kleinsten möglichen Auflösung „M“ haben die erzeugten JPGs eine Größe von 2,8 bis 3,5 MB. Selbst bei sehr kritischer Betrachtung muss man anerkennen, dass die bereits bei dieser Auflösung erzeugten Bilddateien tadellos auf einem großen 24-Zoll-Monitor erscheinen. Tonwertreichtum, Plastizität, Detailzeichnung kommen erst bei dieser Betrachtungsweise zur Geltung.

3 Aufnahmen mit Bewegungsunschärfe habe ich absichtlich in dieser kleinen Galerie belassen. Bei der Fotografie der Steinkatze waren mir die Aufnahmen mit beiden Kameras bei eine Belichtungszeit von 1/15 s verunglückt.

Dummerweise habe ich bei der Anfertigung der Vergleichsaufnahmen mit der Fuji den unterschiedlichen Bildwinkel nicht berücksichtigt. Ich hätte mit dieser Kamera 1/2 Schritt zurückgehen müssen, um einen ähnlichen Bildwinkel herzustellen.

 

 

Nachtrag vom 22.04.2018

Da der ursprüngliche Sinn der Fotografie im Bildermachen liegt und man Web-Bilder nicht an die Wand hängen kann, muss man entweder selber die Negative vergrößern oder die Dateien printen. Mich interessierte nun natürlich, wie gut sich die gescannten 6×6-Negative reproduzieren lassen. Von den Ergebnissen bin ich durchweg überrascht bzw. erfreut.

Mein großer Favorit im Print ist ein Baryt-Papier von ILFORD, das Ilford Galerie Prestige. Die Ausdrucke der 6×6-Negativ-Scans in DIN A4 sind einfach toll: knackscharf, ohne Korn, schöner harmonischer Grau-Verlauf und eine verblüffende Plastizität bzw. Räumlichkeit.

Heute früh habe ich einige Prints auf Super A3 (329 x 483 mm) angefertigt, zugegeben mit dem entsprechendem Rand um die eigentliche Printfläche (damit es in ein Standard-Passpartout für einen Rahmen von 50×70 cm passt). Hierbei wird erstmals das Korn des Negatives gerade erkennbar. Das EPSON PE-Papier hat einen anderen Farbton (durch Aufheller-Substanzen), zwar ausreichende Tiefen, aber ohne die große Dichte des Iford-Baryt-Papieres zu erreichen. Somit sind die Prints immer noch sehr scharf, dennoch ohne die räumliche Tiefe bei der Betrachtung zu erzeugen. Die beiden folgenden Aufnahmen von den angefertigten Prints lassen die Unterschiede der beide Papiersorten erahnen.

Da ich schon länger keinen größeren Print mehr angefertigt hatte, war mir heute 2-mal der gleiche Fehler unterlaufen (man muss das gewählte Papierformat an verschiedenen Stellen hinterlegen: Druckertreiber und in Lightroom „Seite einrichten“). Wie immer in solchen Situationen hat mir bei der Fehlersuche das alte Standardwerk für Fine Art Printing von Gulbins und Steinmüller weitergeholfen.

 

Neben Roberto Casavecchia und der Zeitschrift Fine Art Printer war Uwe Steinmüller derjenige, von dem ich anfangs am meisten über digitale Bildbearbeitung und das Printen gelernt habe.

Abschied von Uwe Steinmüller

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.