Im Garten

Analoges Mittelformat: Belichtung und Schärfentiefe.

Erneut bekam ich von meinfilmlab.de eine freundliche eMail, mit der mir der Link zum Download meiner digitalisierten Farbnegative mitgeteilt wurde: „…wir haben Ihre Filme sorgfältig verarbeitet. Ihr Auftrag war teilweise leider unterbelichtet, weil auf die Lichter gemessen wurde. Film 993 hat am Anfang leider Lichteinfall…“. Bisher dachte ich, der Link wäre immer mit einer Standardfloskel „der Auftrag war gut belichtet“ verbunden. Zum zweiten Mal wurde ich auf meine Ungeschicklichkeit beim Filmeinlegen, die zum Lichtanfall am Filmanfang geführt hatte, hingewiesen. Zum anderen wurde mir gleich ein Verbesserungsvorschlag für die Filmbelichtung präsentiert – beides zu Recht!

Mir war natürlich bewusst, dass der analoge Negativfilm eine andere Belichtung erfordert als der digital arbeitenden Sensor. Aber, wie so häufig, muss man seine Fehler sehen, um daraus zu lernen. Die 6×6 cm Negativfläche ist recht groß und andererseits ist ein 30 Grad Messwinkel des externen Belichtungsmessers für Nahaufnahmen im Gegenlicht recht klein, so dass schnell bei Einzelmessungen „daneben gemessen“ werden kann. Zudem war ich auch den höheren Dynamikumfanges der neueren Sensoren gewohnt, daher kam mir nicht in den Sinn, die Kontraste in der Aufnahme nicht bewältigen zu können.

Ich war lange Zeit eine Vollformatverfechter, der aber gleichzeitig über die unzureichende optische Qualität alter Objektivrechnungen für diesen Sensor gestöhnt hat. Mit den von Fujifilm für den APSC-Sensor entwickelten Objektiven war nun einerseits eine sichtbare bessere Randzeichnung verbunden mit gleichzeitig hervorragender Qualiät bei offener Blende. So war wieder ein Spiel mit eingeschränkter Schärfentiefe und Bokeh möglich ist. Dass sich dieser „Spielbereich“ beim Mittelformat auf die Blenden 4 bis 8 verschiebt bzw. erweitert, muss man auch erst einmal begreifen. Jedenfalls war ich doch schon verblüfft wie klein selbst bei Blende 5,6 oder 8 im Mittelformat der Schärfenbereich ist und wie schnell man dann  bei noch kleinerer Blende und freihändiger Fotografie den gewollten Schärfenbereich verpasst, wenn man sich mit dem Lichtschachtsucher nicht um einen festen Stand bemüht.

Hier also einige Beispiele für die Messung auf die Lichter und die schmale oder nicht getroffene Schärfenebene. Alle Bilder befinden sich (bis auf die Reduzierung der Dateigröße) im originalen Scan-Zustand.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.