Nachbars Eiche

Ein schöner Baum! Stände er nicht bereits seit über 25 Jahren dort an der Südseite unseres Grundstückes, so hätten wir ihn anpflanzen müssen. Einen besseren Sonnenschutz für einen Wintergarten kann man sich nicht wünschen. In diesem Jahr hat sich die Blätterkrone wie überall bereits früh gefüllt. Zumeist ist die Eiche Ende Mai der vorletzte Baum bei uns, der sein Blattwerk entwickelt hat. Lediglich der Walnussbaum braucht für seine Blattfülle noch 1-2 Wochen länger.

Im vergangenen Juli hatte ich die ersten Infrarot-Versuche mit der Fujifilm X-T2 gestartet. Damals hatte ich einen Hoya Infrarotfilter R 72 52mm (720 nm) mittels eines Adapters vor das Fujinon 23 mm / f2 montiert. In diesem Jahr wurde der Hoya R72 67 mm, der von Kenko Tokina hergestellt wird, an das Fujinon 16 mm / f 1,4 geschraubt. Die X-T2 habe ich auf manuelle Fokussierung und die Fokussierhilfe auf die Farbe Weiß eingestellt, was zu durchweg guten Ergebnissen geführt hat.

Um Freihandaufnahmen mit kurzer Belichtungszeit zu ermöglichen, hatte ich vor einem Jahr das deutliche Rauschen bei ISO 12.800 in Kauf genommen. Zu rauschfreien Infrarot-Versuchen war ich seitdem nicht mehr gekommen. Ich hatte allerdings gelesen, dass bei niedriger ISO-Zahl die Belichtungszeiten mehrere Sekunden betragen und dadurch eine attraktive Bewegungsunschärfe an den Baumzweigen verursachen kann.

Ein freier sonniger Mittag mit der Sonne im Zenit und vereinzelt aufkommenden Wolken sollte eine gute Gelegenheit bieten, das Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen. Je nach eingestellter Blende betrug die Belichtungszeit tatsächlich bei ISO 200 bis zu 10 Sekunden. Die Belichtungsautomatik war durch den Filter nicht wesentlich gestört. Bei dem herrschenden Wind waren Wischartefakte garantiert

Zur Arbeitsersparnis habe ich anschließend in Lightroom ausschließlich die JPGs katalogisiert, in Schwarz-Weiß umgewandelt und dann die eigentlich SW-Bearbeitung mit Silver Efex Pro 2 erledigt. Je nach Motiv wurden verschiedene SW-Modi eingesetzt. Tendenziell fällt aber auf, dass die meisten Motive von einer Belichtungsanhebung in Richtung High-Key profitieren. Die Mehrzahl der SW-Optionen macht allerdings den surrealen Infrarot-Effekt wieder zunichte, so dass sie ungeeignet sind.

Wie immer wurden die fertigen Bilder in Lightroom auf eine Kantenlänge von 1600 Pixel reduziert und auf etwa 69% komprimiert.

 

Nik Silver Efex Pro mit „künstlerich, High-Key-Effekt, gerahmt“ als Bearbeitungsgrundlage:

Bei dem letzten Bild hat mir unsere kleine Katzendame, die sich bei Aufnahmebeginn noch wohlig auf dem weichen Gras sonnte, zu verstehen gegeben, was sie von meinen Knipsversuchen hält. Sie ist einfach während der Aufnahme aufgestanden und aus dem Bild gegangen. Dabei betrug die Belichtungszeit nur 4,3 Sekunden.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.