Schattenfamilien

Ich bin keine Zahl – Gib der Pandemie ein Gesicht.

„Millionen Menschen leben, lieben, spielen, lachen – und sind vorerkrankt. Tausende haben Eltern, Großeltern, Freunde verloren oder sorgen sich jeden Tag um ihre Kinder. Schreibt Eure Geschichte. Raus aus der Unsichtbarkeit. – Unter #Ich_bin_keine_Zahl und #Gib_der_Pandemie_ein_Gesicht gegen das Vergessen schreiben.“

Der von Philipp S. Holstein auf Twitter begonnene Tweet mit den beiden Hashtags fand in kurzer Zeit zahlreiche Retweets, von denen eine kleine Auswahl hier zitiert wird:

„Sohn (12), hochsensibel, Diabetiker, doppelt geimpft, hat depressive Phasen, denkt oft über den Tod nach. Er kann nicht verstehen, warum so viele Erwachsene schlimmer agieren, als bockige Kleinkinder.“

„Seit ca. 2 Wochen habe ich mittlerweile Angst „mal eben schnell einkaufen“ zu gehen, betrete einen Supermarkt nur noch im Alarmstatus, ich achte auf alles und jeden im Umkreis von mindestens 5 Metern. Ich will wieder Sicherheit!“

„Ich(46),Mein Mann(47-Transplantiert),Twins(17)die Kinder haben Angst ihren Vater #COVID19 mit n. Hause z.bringen. Es ist eine enorme emotionale Belastung jeden tag. Keine Kraft mehr …“

„Ich dachte, die Kinder wissen nicht, dass Corona für mich ein besonderes Risiko ist. Sie wussten es immer, haben Angst um mich. Ich habe Angst um sie, ehemalige Frühchen, die jede Infektion nach Hause brachten.“

„Kollegen, Freunde und Bekannte sind an #Covid erkrankt und einige davon noch nicht genesen! #Covid betrifft uns alle in verschiedener Art und Weise und oftmals sehr hart!“

„Wenn das Recht so interpretiert wird, dass man eher einem vorerkrankten oder behinderten Mensch bei Knappheit medizinische Hilfe verweigert als Veranstaltungen zu verbieten, läuft etwas falsch.“

„Jedes Laufenlassen der Pandemie: Panik, als medizinischer Notfall mit Vorerkrankung keine Hilfe zu bekommen. Jeder Lockdown: Erleichterung. Und dazu Medien und Politik, die sich auf die Belastung durch Lockdowns fokussieren.“

Bitte schreibt Eure Geschichten auf, beschreibt Eure wunderbaren Kinder. Wir #Schattenfamilien müssen endlich sichtbar werden. Wir müssen von unseren Familien erzählen, von unseren Kids, von unserem Leben und was es mit uns macht, wenn jemand sagt, es beträfe ja nur Vorerkrankte.“


Notizblog

Die Assoziation zu dem Hashtag #Schattenfamilien kam mir bei einer kleinen Auswahl experimenteller Bilder in den Sinn. Während der langen Strandspaziergänge fing ich an, freihändig mit Mehrfachbelichtungen zu experimentieren. Bei einer dieser Serien hatte ich versucht, sich bewegende – manche suchend im Kreis, die Mehrzahl einfach vorwärts wandernd – Wanderer festzuhalten und zwar so, dass sie mehr wie Schatten vor der Strandkulisse wirken.

Die größte Schwierigkeit lag darin, das richtige Maß an Hintergrundunschärfe oder -Versatz in den freihändigen Mehrfachbelichtungen zu finden.

Die Einstellungen für die SW-Entwicklung in Capture One und Silver Efex waren rasch gefunden.

 

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