In Wrisbergholzen –
Heute, am Tag des offenen Denkmals, hatten wir die Gelegenheit, in Wrisbergholzen Teile des Schlosses Wrisbergholzen, den Schlosspark und Nachbargebäude erstmals von innen mit fachkundiger Führung zu besichtigen. Organisiert wurde der heutige Tag, bzw. die Veranstaltung vom Verein zur Erhaltung von Baudenkmalen in Wrisbergholzen e.V., dessen Mitglieder seit Jahrzehnten an der Renovierung und Erhaltung arbeiten und die somit auch eine Vielfalt an Hintergrundwissen zu den Anlagen und ihrer Arbeit weitergegeben haben.
Erfreulich war, dass eine (für mich) unerwartet hohe Besucherzahl die vielen Vorarbeiten honorierte. Dabei waren die Gruppen der einzelnen Führungen aber immer so, dass man sich selbst in den Innenräumen nicht gegenseitig auf die Füße trat. Zu guter letzt. Auch das Wetter hatte am Nachmittag mitgespielt. Es blieb trocken und die bereits tiefer stehende Sonnen hat dem Ganzen einen warmen Glanz verliehen.
Fayence Manufaktur
Als erstes hatten wir uns die außerhalb der eigentlichen Schlossanlage gelegene Fayence Manufaktur angesehen. Im ehemaligen Brennraum sind praktisch nur noch die Fundamente des Brennofens und geschwärzte Wände bzw. Decken zu sehen. In einem kleinen Ausstellungsraum werden Arbeitsschritte bei der Herstellung der Fayence-Fliesen nachvollziehbar gemacht. In einem gesonderten Raum ist eines der selten Fliesen-Tableaus zu sehen. Bei der Führung wurden auch die Besonderheiten dieser Manfukatur gegenüber anderen norddeutschen, insbesondere aber den niederländischen Werkstätten hervorgehoben. Eine dieser Besonderheiten war die Größe der in Wrisbergholzen hergestellten Fliesen, die erst durch einen Tonsteg auf der Rückseite gegen das Verbiegen der Fliesen beim Brennen ermöglicht wurde.















Schlosspark
Im Park zum Schloss Wrisbergholzen gab es wiederum eine eigene Führung. Berichtet wurde von den verschiedenen Planungsstadien, die die Gartenanlage nach der Fertigstellung des Schlosses durchlaufen hatte, aber auch von dem Verfall im 20. Jahrhundert und dem Aufwand, durch Rodungsmaßnahmen wieder Licht in die Anlage hereinzubringen. Eine Reportage aus dem Jahre 2001 von sieben-region.de gibt hierüber Zeugnis ab. Volker Gehring persönlich hatte bei der heutigen Führung engagiert zahlreiche Details vermittelt und anhand von Grafiken erläutert.


















Orangerie
Die Orangerie ist bereits renoviert. Die ursprünglichen Glashäuser zu beiden Seiten sind anhand der halbhohen Grundmaueren zu erahnen, warten aber noch auf die Wiedererrichtung. Somit soll der Orangerie als Veranstaltungsort noch ausgeweitet werden.




Fliesensaal
Der Fliesensaal im linken Seitenflügel des Schlosses war über einen Seiteneingang zugänglich. Beim Betreten des Raumes ist man schier beeindruckt von dem Licht, der weiß-blauen Farbgebung und der Vielzahl der Fliesen, 800 an der Zahl, wovon etwa 680 sogenannte Emblemfliesen sind. Als Vorlage ließen sich 4 Emblembücher (die man als „Illustrierte des Barock“ bezeichnen kann) von Autoren aus der Zeit um 1580 bis 1630 identifizieren. Selbst Verwechslungen von Emblem und Sinnspruch, wie sie in einem der alten Bücher offenbar vorkommen, wurden auf auf zwei der Fayence-Fliesen übertragen, wie man uns bei der Führung erklärte. Während dieser Führung hatten wir zudem Besuch von der Theartergruppe aus Heersum, die an verschiedenen Terminen das Stück „Vlad! Ein vampirisches Theaterspektakel in Wrisbergholzen“ aufführten.
























Fagottiere
Zum Abschluss des Nachmittags begann gegen 17:00 Uhr in der Dorfkirche St. Martin das Konzert der Fagottiere, die Musik des 20. Jahrhunderts, von Salonmusik über Rock zum Jazz, von den Comedian Harmonists über Elvis und Beatels bis Hancock boten, arrangiert für ein Fagott-Quartett bzw. Fagott-Trio plus Tenor. Erfreulich war die gut mit den Holzbläsern harmonierende Akustik des Kirchenraumes. Verständlich wird dadurch, dass immer wieder kleine Ensembles hier gastieren. Den nächsten Termin zum Adventsbeginn haben wir uns daher bereits vorgemerkt.





Notiz-Blog
Die X-Pro2 war wieder mit dabei. Montiert wurde tags das 16er und zum Konzert das 23er Fujilux. Lautlosigkeit beim Fotografieren in den Räumen wurde durch den elektronischen Verschluss gewährt. In sofern also wie gehabt.
Bei der Verarbeitung der RAW-Dateien habe ich erstmals die Filmsimulation „Astia (Soft)“, die in Capture One Pro 12 mitgeliefert wird, verwendet. Die Farbgebung der Simulation habe ich belassen, ebenso wie den Schärfegrad. Die nicht unerhebliche Schwierigkeit, den Weißabgleich bei den Fliesenaufnahmen anzugleichen (je nach Lichteinfall und Schattenwurf), ist unabhängig von den Farbeigenheiten der Filmsimulation. Sie waren praktisch bei der Standardeinstellung nicht geringer.
Übliche Anpassungen erfolgten mittels Regler für Lichter, Tiefen, Klarheit und Struktur und in Einzelfällen bei der Belichtung. Extreme Unterschiede in der Helligkeit wurden mit Hilfe von Ebenen angeglichen (lineare und radiale Verlaufsmaske).
Nach dem jetzigen Eindruck komme ich zu dem Schluss, dass mit diesem Preset von C1 die JPGs aus der Kamera (außer als „Sicherungsdateien“ bei der Aufnahme) für mich überflüssig werden. Spielraum und Dynamik der RAW-Dateien sind ungleich höher als bei der Weiterbearbeitung der JPGs. Auch das Programm „Fujifilm X-RAW-Studio“ werde ich demnächst deinstallieren, weil es durch Capture One 12 für mich überflüssig wird.
Weil man sich schnell in die Vielzahl und Details der Fliesen verlieren kann und selten die Möglichkeit zur Besichtigung des Fliesenzimmers besteht, habe ich den „Rausch in Blau“ nicht zu sehr gekürzt.