Schloss Derneburg Museum – Hall Art Foundation

„Im Schloss Derneburg werden Sie keine Barock-Putten finden“.

Das war nicht die Begrüßung zum Beginn der Führung durch die Ausstellung für zeitgenössische Kunst im Schloss Derneburg. Es war vielmehr eine Aussage, die während der erholsamen Pause anlässlich des zwanglosen Mittagessens in der Schlossküche  bzw. der ehemaligen Baselitz-Werkstatt fiel, als es darum ging, was manche Besucher mit dem Wunsche nach einer Schlossbesichtigung erwarteten. Die meisten wären überrascht, dass sie moderne Innenarchitektur und moderne Kunst vorfinden würden.

„Pünktlichkeit ist essentiell notwendig. Zuspätkommende riskieren ihre Tour zu versäumen. Das Eintrittsgeld wird in dem Fall nicht erstattet.“

Diese Aussage findet man als zweiten Punkt der „Besucher-Ordnung“ auf der Buchungsseite der Hall Art Foundation, wenn man eine Besichtigungstour durch die Ausstellung im Schloss Derneburg buchen möchte. Als dritten Punkt wird man ebenfalls in dicken Lettern darüber informiert, dass erhebliche Wege, langes Stehen und eine große Anzahl Treppen überwunden werden müssen. Wir hatten die „umfassende Führung“ gebucht, für die laut Ausschreibung fünf Stunden eingeplant sind. – Es waren seit langem die kurzweiligsten und interessantesten 6 1/2 Museums-Stunden, die wir dort verbracht haben.

Damit ist auch bereits die Bilanz der Kosten-Nutzen-Rechnung für die anfangs hoch erscheinende Eintrittsgebühr auf den Punkt gebracht. Die Dauer der Besichtigung, das architektonisch und kunsthistorisch Gebotene, die fein dosierte, persönlich sehr angenehme Führung, die enthaltene Verköstigung beim Mittagessen und während der Kaffeepause und abschließend die Überreichung kleiner Prints als Erinnerungshilfe für die Vielzahl der Kunstwerke und Namen lassen den Preis von 75 € für die umfassende Tour allemal gerechtfertigt erscheinen, auch oder gerade dann, wenn man sie mit so manchen anderen „Events“ in Relation setzt.

Rezeption in Astenbeck

Ich kenne die Gutsschenke von außen seit gut 40 Jahren, weil sie direkt an der häufig von mir befahrenen Bundesstraße 6 in Astenbeck liegt. Auch war nicht zu übersehen, dass sich das Äußere dieser Anlage bei den Renovierungsmaßnahmen erheblich verändert hatte. Die moderne Helligkeit des nahezu vollständig entkernten Gebäudes lässt vermuten, was einem nach 10 jähriger Renovierung an moderner Innenarchitektur im Schloss Derneburg erwartet.

„Guten Tag, mein Name ist Kai Heinze. Ich werde Sie heute durch die Ausstellung und das Schloss führen“. So wird unsere kleine Besuchergruppe mit 6 Teilnehmern, alle gewappnet mit festem Schuhwerk und regenfester Kleidung, in der Rezeption des Schloss Derneburg Museums bei einem Begrüßungs-Kaffe empfangen.

Fotos für den persönlichen Gebrauch

Eigentlich ist dieser kleine Fotografie-Blog ja ursprünglich ausschließlich für den persönlichen Zweck begründet worden, um technische Anpassungen und Lernschritte, die mit dem Umstieg auf das neue Kamerasystem verbunden sind, zu dokumentieren, nachlesbar zu machen und um damit die Wiederholung von zwangsläufig vorkommenden Fehlern zu vermeiden. In diesem Zusammenhang stelle ich in diesem Beitrag auch einige der von mir im Schloss angefertigten Fotos vor.

Ich hatte länger überlegt wie man fotodokumentarisch einen solchen Museums-Besuch festhalten könnte. Tatsächlich hatte ich zunächst Versuche einer möglichst originalgetreuen fotografischen Darstellung der Architektur und einiger Exponate mittels der Fuji-RAW-Dateien durchgeführt. Letztlich entschied ich mich aber doch für einen einheitlichen fotografischen, darstellerisch durchaus verfremdenden Stil, indem ich die Kamera internen JPGs als Grundlage für die Übersicht genommen habe. Die eigene Anmutung wird durch Verwendung von Classic Chrome erzeugt, wobei die vom Standard abweichenden Entwicklungseinstellungen (H -1, S -2, N -2, C +2, Sharp -2, WB Auto) zum einen ein Ausfressen der Lichter, zum anderen aber auch eine Betonung der Tiefen erzeugen. Neben der eigenständigen Bildwirkung ergibt sich somit auch ein großer Spielraum selbst für Nachbearbeitung von JPGs in Lightroom; auch geht damit eine gewisse Verfremdung der Bildinhalte einher, die im Verbund mit den eingebetteten Wasserzeichen einen Missbrauch einzelner Fotos dieser Webseite erschweren.

Da wir letztlich aber auch zum Ende der Führung ermuntert wurden, unsere Eindrücke im Museum an Andere weiter zu vermitteln, denke ich, dass, frei nach dem Motto „ein Bild erzählt mehr als tausend Worte“, mein positives Erlebnis mit ein paar mehr Fotos besser zum Ausdruck gebracht wird.

Bei keiner der Fotografien wurde also Wert auf eine geeichte oder normierte Farbdarstellung gelegt. Im Gegenteil, es handelt sich vielmehr um Freihandaufnahmen ohne Kalibrierung. Die JPG-Simulationen mit bewusster Rückbesinnung auf bestimmte Eigenarten alter Filmemulsionen sollen einen Ausweg aus der digitalen Uniformität bieten. Auch die Darstellungen der Museumsexponate unterliegen daher einer spezifischen Farbabweichung. Zudem war ich bei der Nachbearbeitung einiger farbintensiver Bilder der Versuchung erlegen und habe aufgrund der z.T. diffizilen Beleuchtungssituationen notwendige Belichtungs- und Farbkorrekturen freizügig ausgereizt.

Der Belichtungsspielraum, den die Kamera-Objektiv-Kombination bietet, ist phantastisch. Durch relativ weit geöffnete Blende an meinem hier ausschließlich benutzten Lieblingsobjektiv (bezogen auf 35 mm: 24 mm / f 1,4) war die ISO-Zahl niedrig zu halten. Ausgefressene Lichter waren daher nur bei den Aufnahmen direkt in die Lichtquelle der Lichtinstallation von „Between You and I“ die Ausnahme.

Die stilistisch andersartigen, mit einer eigenen, sehr hellen, dennoch neutralen Bildsprache versehenen offiziellen Dokumentar-Aufnahmen der Hall Art Foundation, die vom Fotografen Heinrich Hecht angefertigt wurden, sind am Ende des Beitrages verlinkt.

 

Beginn der Führung in der Schlosshalle

 

Antony Gormley

Expansion Field – Hubble Konstante

Learning to See

Close, Rise und Membrane

 

 

Lead, Seth, Under My Skin, Head

 

 

Reach, Quarter, Hold

 

 

Sleeping Field

Seat

 

 

European Field

 

Block II

 

Antony McCall

Between You und I

 

 Mitagessen / Kaffee  –  Schlossküche / alte Baselitz-Werkstatt

 

Malcolm Morley

 

 

 

Rittersaal

 

 

Baselitz neue Werkstatt

 

Julian Schnabel

 

Barry Le Va

 

Hermann Nitsch

 

Für Barbara

 

 

Nicole Eisenman

 

Anoka Faruquee und Mona Hatoum

 

 

 Die Tatsache des Ungewissen

Werke mit bewegten Bildern: Tony Oursler, Shock-Rock

 

 

Quasi ein Epilog …

… ein digitaler Druck auf Vinyl der amerkikanischen Konzeptkünstlerin Barbara Kruger.

 


Offizielle Fotos der Hall Art Foundation:

 

 

Links zur Medienberichten:

 

 

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