Fluch der Guten Tat

Folgelasten/-kosten der digitalen Fotografie.

Heute besitzt jeder, der eine digitale Kamera benutzt, auch einen Computer. Die Preisspanne reicht hierbei von preiswerten Rechnern für wenige hundert Euro, die allenfalls für gelegentliche, einfache Bildbearbeitung geeignet sind, bis hin zu einer Workstation für High-End-Bildbearbeitung für mehrere tausend Euro. Nach den eigenen Anforderungen und dem Geldbeutel gibt es also eine gut anpassbare Hardware.

Neben der Zusammenstellung des Rechners ist die Auswahl eines geeigneten Monitors, der die verschiedenen Farbräume (z.B. sRGB oder Adobe RGB) abdeckt, eine der schwierigsten Aufgaben in der Hardware-Beschaffung, insbesondere dann, wenn dieser Monitor als Druckvorstufe benutzt werden soll. Hierzu liegen die Anforderungen bereits bei Adobe-Farbraum und 10 Bit Farbdarstellung (die wiederum nur von wenigen Grafikkarten gewährleistet wird), was den Preis weiter in die Höhe schnellen lässt – weil so die meisten Office-Monitore mit einem TFT-Panel ausscheiden. Teure 4k- oder 5k-Monitore sind nicht unbedingt Pflicht. 27-Zoll-Monitore mit 68,6 cm Bilddiagonale und einer Auflösung in QHD (2560×1440) scheinen sich dagegen mit einem IPS-Panel für Bildbearbeitung durchgesetzt zu haben. Für Druckvorbereitung sollten die Monitore zudem kalibriebar sein.

Was viele vergessen, ist ein Speichermanagement, das automatisierte Sicherungs-Routinen enthält und nicht nach wenigen Jahren revidiert bzw. erweitert werden muss. Neben USB-Platten bietet sich hierzu vor allem ein NAS (Network Attached Storage) an, der unschlagbare Vorteile hat, wenn man von verschiedenen Rechnern über ein Netzwerk auf seine Daten zugreift oder mehrere Benutzer hier ihre Daten ablegen. Durch Spiegelung von Festplatten mittels eines RAID-Systems kann man sich bei vertretbaren Kosten einigermaßen vor einem Festplattencrash schützen (gegen den größten Fehler-Verursacher, dem Benutzer, schützt ein NAS allerdings nicht), wobei das Betriebssystem eines guten NAS eine automatisierte Sicherung verschiedener Rechner-Daten auf dem NAS und weiterhin die Daten des NAS auf einem zusätzlichen Sicherungsmedium steuern kann.

Zusammen ist man also schnell 2500 € los – unter der Voraussetzung, dass man bereit ist, die Komponenten selber zusammen zu stellen/bauen. Die alljährlichen Bauvorschläge, die von der Computerzeitschrift c´t im Herbst herausgegeben werden, bieten in technischer und preislicher Hinsicht hierfür hervorragende und insbesondere erprobte Anhaltspunkte. Fertigsysteme von Spezialanbietern (z.B. https://www.pixelcomputer.de/#, https://prographics24.de, https://www.colormatch.org/index.php) haben dagegen nach oben hin kein Limit, egal ob als WIN-System oder unter MacOS, bieten aber mehr Sicherheit, dass das System aufeinander abgestimmt ist und zuverlässig läuft.

Bisher ist in dieser Kurzübersicht bzw. Bilanz weder ein Notebook für mobile Bildbearbeitung auf Reisen, noch ein spezieller Drucker für hochwertige Bildausgabe enthalten. Hat man einmal ein solches System zusammengestellt, auf einander abgestimmt und kalibriert, kann man froh sein, wenn das Ganze einige Jahre stabil funktioniert.

So erging es mir erfreulicherweise – bis vor kurzem. Meinen zentralen WIN-Rechner hatte ich 2010 vorausschauend mit wertigen Komponenten zusammengestellt. Mit den 22MB-Dateien der Canon 5D gab es keine Verzögerungen, mit den 24 MB-Dateien von Fujifilm hat sich die „Schwuppdizität“ nicht wesentlich verringert; das Betriebssystem war von Anfang an auf eine SSD ausgelagert, im Verlauf kam zur Beschleunigung der Dateizugriffe unter Lightroom oder Phtoshop noch eine weitere SATA-SSD hinzu. Mit meinem 24-Zoller von Dell, den ich mittels dem „eye-one display2“ kalibriert hatte, war ich überwiegend zufrieden. Die Druckausgabe auf meinen EPSON Stylus Pro 3880 gelang so wie ich es mir vorgestellt habe und wie ich es auf dem Monitor auch gesehen hatte. Mein etwa 8 Jahre alter 2-Bay-NAS, war anfangs nur mit einer HD von WD mit 3 TB ausgestattet, später kam eine Platte derselben Serie (WD Red mit 5400 Umdrehungen) zum Spiegeln hinzu. Alles zusammen war unter dem Schreibtisch nicht zu hören, weil die Lautstärke ein wesentliches Kriterium bei der ursprünglichen Komponentenauswahl war. Das 13-Zoll MacBook kam erst vor 1 ½ Jahren dazu.

Nach dem fotografischen Wechsel zum Fuji-System habe ich wieder viel mehr die Kameras mitgenommen und fotografiert. Das hatte zur Folge, dass ich nun seit 2 Wochen regelmäßig vom Betriebssystem des Synology-NAS eine eMail bekomme, dass mein verfügbarer Speicherplatz nicht mehr für größere Projekte ausreicht und dass die automatisierten Sicherungsroutinen aus Platzmangel angehalten worden sind. Die nächste elektronische Hiobs-Botschaft kam von meinem WIN-Rechner, weil auch die eingebauten HDs die Speichergrenze erreicht haben. Zu allem Übel hat nun auch der über 10 Jahre alte 24-Zoller seinen Geist aufgegeben.

Als erstes habe ich mir daher einen neuen Monitor zugelegen müssen. Von den Herstellern, die meinen Anforderungen entsprechen (BENQ, DELL, EIZO, NEC und QUATO), wurde nach meiner Kosten-Nutzen-Rechnung einer von BenQ ausgewählt. In einem YouTube-Video von Pavel Kaplun habe ich erstmals hiervon erfahren. Auf prad.de ist ein ausführlicherer Test zu lesen und auf chip.de eine kürzere Zusammenfassung. Die häufigste Kritik kann ich erfreulicherweise bei meinem Exemplar nicht nachvollziehen, das ist die Inhomogenität der LED-Hintergrundbeleuchtung. Mit einem EIZO-Modell habe ich anfangs geliebäugelt, weil ich die hohe Bildqualität und Zuverlässigkeit von unseren Graustufen-Betrachtungs-Monitoren bei der Arbeit kenne. Wer in diese Preisregion gehen möchte, der ist aufgrund des angebotenen Services bei handelsüblichen Preisen gut aufgehoben bei pixelcomputer.de. Hier habe ich freundlicherweise auch telefonisch eine Empfehlung zur Umrüstung meiner alten, nicht mehr brauchbaren Grafikkarte erhalten: ASUS Radeon RX 560 OC EVO, RX560-O4G 4GB GDDR5; das Modell läuft stabil und ist im normalen Betrieb unhörbar. Es wurde auch in der letzten Grafikkartenübersicht von c´t für diesen Einsatzbereich empfohlen. Den Mehrpreis für eine 10-Bit-Farbbearbeitung (z.B. AMD Radeon Pro WX 4100 4 GB GDDR5) wollte ich derzeit nicht aufbringen.

Eine Umrüstung der Festplatten in dem alten WIN-Rechner werde ich nicht mehr machen. Sie werden entrümpelt bzw. die Inhalte auf den neuen NAS ausgelagert, zumal das kleine Notebook mittlerweile zu meinem hauptsächlichen Arbeitsrechner geworden ist – außer in fotografischer Hinsicht zur Druckaufbereitung für den Epson oder bei kritischen Motiven, die ausschließlich auf einem großen kalibrierten Monitor einzuschätzen sind oder aber für berufliche Dinge, die einen großen Monitor erfordern und nicht mit dem Notebook zu erledigen sind.

Meine alte verstaubte (im wahrsten Sinne des Wortes; siehe Fotos) DiskStation 213+ wird demnächst aus dem Alltagsbetrieb herausgenommen, umstrukturiert und dann ausschließlich für reine Sicherungsaufgaben über das Netzwerk eingesetzt. Als Nachfolger steht eine neue 4-Bay-Diskstation bereit, die besser skalierbar ist und sich im Bedarfsfalle leichter erweitern lässt. Wer sich hierüber informieren möchte, ist bei idomix.de bestens aufgehoben. Der Support auf synology.de ist zwar ganz ausgezeichnet, doch findet man darüber hinaus im synology-forum oder im YouTube-Kanal von iDomiX.de weitere hilfreiche Informationen, wie z.B. die Übersicht oder Kaufempfehlung zu den neuen DiskStations von Synology.

Das es sich hier um einen Foto-Blog handelt, sollen den technischen Worten auch einige staubige Fotos folgen (in der 1. Galerie) bzw. frisch ausgepackte (in der 2. Galerie).

 

Galerie 1 – das verstaubte Alte:

Galerie 2 – das frisch Ausgepackte:

Die Mehrzahl der Aufnahmen wurde mit einem ColorChecker kalibriert und als RAW-Dateien aus der Fujifilm X-T2 in Lightroom weiter verarbeitet. Für diese Nahaufnahmen wurde das Fujinon 50 mm F2 ohne und mit dem Zwischenring Fujifilm MCEX-16 verwendet. Einige Aufnahmen wurden über Silver Efex Pro in SW umgewandelt („hohe Struktur, weicher Kontrast“). Der standardmäßige Schärfegrad von Lightroom wurde nicht überschritten. Die Empfindlichkeit wurde auf ISO 400 voreingestellt, es wurde ausschließlich manuell fokussiert, die Beleuchtung war eine Mischung aus hellem Tageslicht und 2 Halogen-Lampen. Je nach Schwarz-Anteil des Motives wurde manuell belichtet oder mit Zeitautomatik und zusätzlicher Belichtungskorrektur nach Erfahrungswerten. Die langen Belichtungszeiten erforderten ein kleines Stativ, das für den Boden nahen Einsatz geeignet ist (Rollei C5i).

 

 

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