Heimatkunde auf 2 Rädern

Funkstille –

Berufliche Gründe und fehlende Lust hatten mich einige Zeit am Fotografieren gehindert. Zudem mussten überfällige Arbeiten am Webserver und eine Aktualisierung der Sicherheitszertifikate (werden leider bei mir nicht automatisch verlängert) erledigt werden, damit die vorübergehend schwer zu erreichende Webseite wieder voll funktionsfähig wurde. Auch wollte ich in diesem Frühjahr endlich das sportliche Training wieder intensivieren und bin dazu vom Laufen zum Biken gewechselt. Eine kleine, schon weit fortgeschrittene, aber thematisch etwas schwerer verdauliche Fotoserie für einen geplanten Blogeintrag habe ich irgendwie nicht fertig bekommen und den Faden daran verloren…

In diesem schönen Frühsommer bin ich dann an verschiedenen Tagen früh morgens, gleich nach dem Sonnenaufgang aufgestanden und habe mich zu einigen Fahrradtouren aufgemacht. Bei der Tour zum Griesberg kam dann durch die herrliche Morgenstimmung auch die Lust zum Knipsen wieder – wenn auch nur mit dem Smartphone. Die schwer zu verarbeitenden Dateien aus dem kleinen Sensor sollten dennoch etwas modifiziert werden, damit nicht alles in stereotypen bunten, übersättigten iPhone-Bildern daherkommt. Neben der obligaten SW-Konversion (in Silver Efex Pro „Vintage – Film Noir 3“) habe ich hier Techniken der selektiven Entsättigung versucht und letztlich mit einem mitgeliefertem Stil in Capture One aus der Reihe „Skin Effects – Fade“ vereinheitlicht, was eine fotografische Assoziation zum mittlerweile antquarischen Mountainbike herstellen sollte. Wegen der schlechteren Ausgangsdateien der Fotos habe ich die JPGs kleiner als üblich exportiert (1200 x 800 px), dafür aber die Kompressionsqualität auf 96% angehoben.

 

Griesberg

Der Griesberg ist mit 358,9 m ü. NHH die höchste Erhebung im Hildesheimer Wald und durch den Fernmeldeturm von weitem zu orten. Da ich in dieser Gegend des Höhenzuges noch nie gewesen bin, war das ein guter Grund, diese Region einmal zu erkunden und so habe ich mich früh morgens bei tief stehender Sonne in den noch kühlen Wald aufgemacht. Am Griesberg angekommen, war ich doch überrascht, vor mir Steigungen von über 20% zu haben. Bei der Planung war ich etwas unachtsam und hatte für das letzte Stück einen Trail direkt bergan gewählt. Um so schöner waren die Gipfelankunft und die anschließende Abfahrt zum Despetal, die unerwartet reizvolle Ausblicke bot.

 

Haus Escherde

Von weitem kann man über die Felder nur die Kirchtumspitze von Haus Escherde, das in einer kleinen Mulde liegt, erkennen. Die alte Klosterkirche auf dem Gutshof vom ehemaligen Kloster Escherde darf man leider nicht besichtigen. So kann man nur einen kleinen Einblick in die abseits gelegene Anlage finden. Für eine Rast im gegenüber liegenden Klosterstübchen war es noch viel zu früh am Morgen, so dass es bei aufkommender Morgenhitze wieder zurück und stetig bergauf in den Hildesheimer Wald ging.

 

Tosmar Trail

Vom Parkplatz an der Alfelder Straße, am Ortsausgang von Diekholzen beginnt meine alte Lieblingstrecke, die ich zigmale bei meinem Training am späten Nachmittag gelaufen bin. Von Diekholzen geht es recht steil bergauf zum Ziegenberg, dann zum Stuckenberg, dem Tosmarberg und dahinter zum Steinberg bei Tosmar. Der Weg ist ein schmaler, gewundener Pfad durch den Buchenwald, auf dem mir dabei eigentlich immer nur Mountainbiker entgegengekommen sind. Der Rückweg über die langen, geschwungenen Forstwege war dann zu Fuß aber deutlich langweiliger. Wegen einer Fersenverletzung, die immer noch nicht richtig verheilt ist, bin ich schon lange nicht mehr die Strecke gelaufen. Am schönsten ist es hier im Frühjahr, wenn die jungen Blätter im Sonnenschein hellgrün leuchten und im Herbst, wenn ein Teil des Laubes noch an den Bäumen hängt und der andere bereits unter den Füßen raschelt. An diesem Morgen hatte ich vor, den Tosmartrail in umgekehrter Richtung mit dem Mountainbike runterzufahren. Auch andersrum ist der schmale Gipfelpfad vom Hammberg, über den Steinberg bis zum Ziegenberg eine reizvolle Strecke, insbesondere zu einer Tageszeit, in der man hier keine Menschenseele trifft. Bis man zu dem Gipfelweg kommt, muss man allerdings den südlich von Diekholzen gelegenen Teil des Hildesheimer Waldes erst einmal an seiner Nordostseite umrunden und kommt dabei an dem Söhrer Forsthaus und dem Söderhof vorbei.

 

Old Mountainbike

Eigentlich gab meine Frau den Anstoß, uns nach vielen Jahren wieder um unsere alten Räder zu kümmern. So haben wir die beiden Mountainbikes früh in diesem Jahr überholen lassen und auch wieder die ersten Touren unternommen. Hier einige Details vom mittlerweile altertümlich anmutenden Rad.

Nachdem die Freude am Radeln erneut geweckt war, hatte ich seit langem auch erstmals wieder Fahrrad-Zeitschriften durchgesehen und war ziemlich verwirrt angesichts der aktuellen Vielfalt der hierauf spezialisierten Illustrierten. Und als ich dann in der Mai-Ausgabe vom Bike-Magazin das Titelblatt der Erstausgabe von 1989 wiedersah, an dass ich mich noch gut erinnern kann, weil damals u.a. mit diesem Heft mein „Bike-Fieber“ ausgelöst wurde, war ich doch andererseits ein wenig betrübt, wie schnell die Zeit seitdem vergangen ist.

Von DeliusKlasing at de.wikipedia – Delius Klasing Verlag GmbH, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9541280

Man ist erstaunt, wie „retro“ nach heutiger Einschätzung die damaligen Räder und insbesondere die schrägbunte Kleidung anmuten. Wenn man sich den folgen YouTube-Film anschaut und mit den Artikeln im bike-Magazin wie auch in der MountainBIKE vergleicht, wird deutlich, dass sich nicht nur das Äußere, sondern durchaus auch Grundätzliches in der Fahrradtechnik geändert haben.

 

 

Fahrradcomputer und Trainingssteuerung

Auch das, was man früher als Fahrradtacho bezeichnet hat, ist mittlerweile zu echten kleinen Computern geworden. So kann man recht elegant vom Sofa aus Fahrten in unbekanntem Terrain mit Hilfe guter, hochauflösender Karten planen, die Tracks anschließend auf die kleinen Geräte laden und sich dann von diesen Dingern zuverlässig durch den dichten Wald navigieren lassen sowie den Tourverlauf per GPS aufzeichnen. Gleichzeitig können verschiedene Leistungsdaten erfasst, gespeichert und im nachhinein analysiert werden (z.B. Herzfrequenz, Kadenz, Leistung und Trainingsentwicklung) – wenn man das unter sportlichen Gesichtspunkten betreiben möchte.

Tourplanung mit KOMOOT: Diekholzen-Tosmatrail-Diekholzen-Rundkurs
Auswertung mit STRAVA: Diekholzen-RoterBerg-HausEscherde-AhlbornsWaldheim-Diekholzen

 

 

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