Zu Ostern auf Kreta

Versuch einer Bilderrettung

Der Farbnegativfim Kodacolor Gold war der einzige Film, den wir zu Ostern 1995 mit auf Kreta hatten. Da von dieser Reise Vergrößerungen in 13 x 18 cm vorliegen, die die Jahre in 2 Phototalben gut überstanden haben, habe ich mir Filme davon ausgesucht, um einen neuen Versuch eines automatisierten Filmscans von Farbnegativen zu starten. Angesichts der früheren guten Ergebnisse einer Bilderserie von unserem Kater Jakob war ich hoffnungsfroh, ähnlich gute Scan-Ergebnisse zu erhalten. Im Gegensatz zu den früheren Scan-Dateien (im Format TIFF mit einer Größe von 5917 x 3896 Pixel aus einem Nikon Super Coolscan 5000 ED) hatte ich jetzt allerdings JPGs mit einer Auflösung von etwa 3000 x 2000 Pixel aus einem AgfaPhoto d-lab.2/3 erhalten.

Die Ergebnisse erfüllen nicht meine Erwartungen an die Ergebnisse des „Goldschätzchens“ von Kodak. Kein warmtöniges, goldenes Leuchten, dagegen überzogene Kontraste, wo die alten Abzüge eine feine Abstufung bieten, teils „abgesoffene“ Tiefen, eine Farbgebung, die im Nachhinein kaum zu korrigieren ist und teilweise Korn ähnliche Strukturen in flächigen Bildanteilen, wo der Film kein Korn aufweist. Bezüglich der Auflösung und Feinstruktur hätte ich die Unterschiede in den Scanergebnissen nachvollziehen können (TIFF vs. JPG und erhebliche Pixeldifferenz). Die Auflösung ist aber hier wahrlich nicht der entscheidende Punkt (zur guten Detailauflösung siehe z.B. Anzug und Pullover des alten Herren).

Meine Erfahrungen in der Ausarbeitung von Dateien aus digitalen Kameras haben mir hierbei nur wenig geholfen. Die Kontrastbeherrschung war für mich kaum lösbar. Die Tiefen sind nicht zu retten. Die Farbgebung hat mir die meisten Schwierigkeiten bereitet. Die extreme Farb-(insbesondere Grün-)Sättigung, bei fehlenden Gelb-Gold-Tönen machte eine teils erhebliche Reduktion der Gesamtsättigung notwendig und andererseits wieder eine selektive Farbanhebung (Rot- und Gelb-Töne), was aber wieder das Reinweiß der Häuserwände veränderte und damit weiterhin den Eindruck einer überzogenen Farbsättigung hinterlässt. Ärgerlich ist auch, dass mir in C1 bei einigen Bildern die schwarzen Negativränder nicht aufgefallen waren. Alles in allem, trotz einiger Mühen, nur in wenigen Fällen eine Besserung durch die Nachbearbeitung…

 

 

Schwarz-Weiß-Konversionen von diesem Ausgangsmaterial sind schwierig. Silver Efex Pro lässt sich nur bei bestimmten Motiven einsetzen. Das letzte Porträt aus der obigen Serie ist in C1 entstanden. Allein beim ersten Porträt waren die extremen Kontraste nur über Umwege letztlich mit dem Preset „Sepia (weich)“ in Silver Efex einigermaßen auszugleichen. Hier aber drei SW-Motive aus Silver-Efex Pro, die deutlich machen, dass die eigentliche Scan-Auflösung kein Problem darstellt:

 

 

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