Altlasten

Ilford HP5 im Jahre 1980 –

Heute habe ich die ersten Scanner-Dateien von meinen alten Negativen in SW abgeholt. Die Ergebnisse sind ganz widersprüchlich. Die Unerbittlichkeit des hoch auflösenden Scans ist entlarvend für jeden Fehler in der Belichtung, Entwicklung und Lagerung (was Staub und Kratzer anbelangt) der Negative. Stimmen Belichtung und Fokus in den Aufnahmen sowie die eigentliche Filmentwicklung, dann können die HP5-Aufnahmen durchaus homogen und relativ feinkörnig wirken. „Körnige Soßigkeit“ durch Fehlbelichtung und/oder falsche Filmentwicklung sind dagegen zumeist unrettbar in der digitalen Weiterbearbeitung.

Im Folgenden zeige ich eine kleine unbearbeitete Fotoserie, so wie ich sie heute aus dem AgfaPhoto d-lab.2/3 erhalten habe. Die JPGs in der Größe von etwa 3000 x 2000 Px wurden lediglich in C1 katalogisieret und für die Webpräsentation (wie immer) skaliert und geschärft. Allein das Beitragsfoto wurde leicht bearbeitet, indem der Ausschnitt neu festgelegt und die Tonwerte wie auch der Kontrast über die RGB-Kurve vorsichtig modifiziert wurden.

 

Was liest der Herr auf dem letzten Foto? Die Ausgabe vom „Spiegel“ zur Kanzlerkanditatur von F.J. Strauß mit dem Datum vom 01.09.1980 (hier als PDF). Auch damals gab es eine aufgeheizte politische Diskussion, die sich quer durch die Bevölkerung zog. Was es damals allerdings nicht gab, trotz des teils heftigen verbalen Schlagabtausches, waren Begriffe wie „Fakenews“ oder „Lügenpresse“ oder gar solche pöbelhaften Äußerungen wie „Tut mir leid, dass Sie so verblendet sind durch die Dauer-Rotlichtbestrahlung, die Sie an der Schule bekommen.“

 

 

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