Die Synagoge am Lappenberg

„Schicksalstag“ 9. November.

Aktuell ist der 9. November 1989 wieder in aller Munde, der Tag, an dem die Mauer des Unrechts geöffnet wurde. Gestern war der 30. Jahrestag dieses sogenannten „Mauerfalles“. Allerdings wird man nicht den Eindruck los, dass den Menschen im Lande immer noch nicht bewusst geworden ist, dass die zeitliche Existenz dieser Grenze mit 28 Jahren kürzer war als die Zeit seit der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze. Aufgrund einiger der heutigen Diskussionen vermute ich, dass die Grenze in den Köpfen tatsächlich eine längere Lebenszeit besitzt.

In der Reichsprogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 begann das NS-Regime seinen Staatsterror und offene Rassen-Vernichtung mit den flächendeckenden Brandstiftungen von über 1400 Synagogen des Landes – so auch in Hildesheim an der Synagoge am Lappenberg. Die Webseite „Vernetztes Erinnern“ lässt die hiesigen Ereignisse in einem eigenen Abschnitt hör- und lesbar nachvollziehen.

Im Juli 2004 ging ich das erste Mal den Weg von meinem damaligen Arbeitsplatz an der Renata Straße durch das Neue Tor am Kehrwieder-Wall zu dem Platz am Lappenberg, dem Ort der ehemaligen Synagoge, an dem seit 1988 ein Denkmal zur Erinnerung an die Zerstörung in der Reichsprogromnacht im November 1938 steht. Ich gehe gern diesen Weg, weil dieser Ort, etwas abgeschieden gelegen, auf mich wie eine Oase der Ruhe wirkt. Natürlich habe ich damals schon das Mahnmal registriert, aber die ganzen Jahre hindurch nicht genauer betrachtet.

In der letzten Sonnabendausgabe der Lokalzeitung erschien ein halbseitiger Artikel unter der Überschrift „Ich habe gesehen, wie die Nazis die Synagoge angesteckt haben“. Der Bericht der damals 6-jährigen Zeitzeugin wird in dem Artikel als Aufhänger benutzt, um an die Ereignisse in dieser besagten Nacht zu erinnern.

So habe ich mich an dem gestrigen trüben Novembertag aufgemacht, um mir den Platz am Lappenberg und das Denkmal der hildesheimer Synagoge genauer anzusehen und um meine Eindrücke fotografisch festzuhalten.

Die weiteren wichtigen November-Ereignisse unserer Geschichte sind den meisten Deutschen nicht präsent:

Die aufgelisteten Ereignisse, die auch heute noch kontrovers diskutiert werden, machen nachvollziehbar, warum der 9. November auch als „Schicksalstag“ der deutschen Geschichte bezeichnet wird – ein Erinnerungstag, wohl nicht geeignet als „Tag der deutschen Einheit“.

 

 


Notiz-Blog

Mit dabei war mein neues Uralt-Objektiv, das ich erst kürzlich erworben hatte. Daher hatte ich das Helios-44-2 mit 58 mm/f2 zuvor auch noch nie ausprobiert. Über einen M-42-Adapter lässt es sich unproblematisch an der X-T2 oder der X-Pro2 mit Hilfe des Fokus-Peaking manuell bedienen. Die besondere Note dieses Objektives, das „swirlige“ Bokeh, kam  dabei noch nicht zum Einsatz. Später dazu mehr…

 

 

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