Helios-44-2 (58mm/f2)

Vom Neuen Tor zum Gelben Stern.

Das Neue Tor ist das letzte verbliebene mittelalterliche Stadttor von Hildesheim. Es unterquert den Kehrwieder-Wall. Von hier aus gelangt man über den Lappenberg zum Gelben Stern. Dabei handelt es sich um Straßenzüge, die von der Kriegszerstörung weitgehend verschont geblieben sind. Nachdem ich mir das Mahnmal zur Erinnerung an den Synagogenbrand angeschaut hatte, bin ich noch ein wenig in dem Viertel herum geschlendert und habe das Helios-44-2 bei bedecktem Himmel unter verschiedenen Bedingungen ausprobiert.

 

Mit dem Adapter an der Fujifilm

Auf dem Markt finden sich verschiedene Adapter für Objektive mit M42-Gewinde. Auch für diesen Anschluss habe ich ein neues Exemplar von K&F Concept gewählt, das wiederum einen sauber gefertigten Eindruck macht. Der teure Novoflex-Adapter kam für mich aufgrund des Preises nicht in Frage. Es gibt Adapter für Vollformatkameras, aber auch solche für das APSC-Format, also auch für die Fujifilm X-Kameras. Das vielfach beschriebene „swirlige“ Bokeh und der softe Look lässt sich natürlich leichter mit einer digitalen Kamera im Kleinbildformat erzielen, wofür diese Optik ja gerechnet wurde. Das kleinere APSC-Format erfordert hierfür mehr Aufmerksamkeit.

Eigentlich war es ein Zufall, dass ich gleich auf Anhieb bei meinem Gebraucht-Fotohändler des Vertrauens (Meiers Fotobörse in Hildesheim) das gesuchte Objektiv gefunden habe; zu einem Preis, der durchaus mit Angeboten bei eBay oder eBay-Kleinanzeigen mithalten kann. Der Objektivtubus zeigt altersgemäß Gebrauchspuren auf. Die Linsen hatten tatsächlich eine leichte Gelbfärbung. Eine vielfach diskutierte, aber letztlich doch nicht geklärte Ursache hierfür soll das Lanthan im Glas sein, das radioaktive Aktivität aufweisen kann (die Aussagen hierzu sind aber absolut gegensätzlich). Das Objektiv war ansonsten klar und frei von Einschlüssen. Lediglich die Frontlinse bietet geringe Putzspuren, die nur unter bestimmten Lichteinfall zu erkennen sind. Die Blende funktioniert einwandfrei, aber extrem leichtgängig und ist ohne erkennbare Ölspuren.

 

 

Links

Hier eine Liste für die Recherche zu diesem Objektiv:

 


Notiz-Blog

Es sind vereinzelt Aufnahmen mit offener Blende dabei, aber keines, das gezielt darauf aus war, das spezifische Bokeh besonders herauszustellen. Aufnahmen mit Gegenlicht sollen später folgen. Die Weichheit unter bestimmten Umständen habe ich bei diesen ersten Versuchen noch mit einer gezielten Bearbeitung der RAW-Dateien in Capture One beseitigt. Das hat teils wieder zu einer Unruhe im Bild und vereinzelt auch zu Schärfeartefakten geführt, was aber bei den kleinen, für das Web komprimierten Dateien wenig offensichtlich ist. Der leichte Gelbstich bei der Durchsicht ist in den Aufnahmen nicht zu erkennen. Schwierigkeiten mit dem manuellen Fokus gab es praktisch nicht, allenfalls bei geringem Licht und kontrastarmen Objekten, bei denen das Fokus-Peaking nicht wirksam ist. Im hellen elektronischen Sucher der X-T2 ist daher die Bildkontrolle und Scharfstellung erwartungsgemäß einfacher als mit der X-Pro2. Die Aufnahmen des russischen Vintage-Objektives wurden mit dem Fujinon XF 35 mm / f1,4 an der X-Pro2 angefertigt. Bei allen Aufnahmen aus diesem und dem vorhergehenden Blogbeitrag wurde innerhalb von Capture One Pro 12 bei den Basismerkmalen die Kurve „Film – Standard“ gewählt.

 

 

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