Einige Sonnenminuten

Offenblende im Nahbereich.

Ungereimtheiten in der Objektivwirkung bei der Aufnahmeserie am Samstag haben mich veranlasst, kurzfristig das Helios-44-2 noch einmal auszuprobieren. Ich wollte die kurze Zeit des Sonnenscheins am Nachmittag nutzen, gezielt offenblendige Nahaufnahmen bei tief stehender Sonne und teils bei Gegenlicht mit dem Biotar-Nachbau anzufertigen. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Blendenring seltsamerweise einen gegenteiligen Effekt auf die Blende hat. Bei der Einstellung 2 ist die Blende maximal geschlossen, bei 16 ist die größte Öffnung zu erkennen. Da ich am Samstag, bis auf einzelne Ausnahmen, im Blendenbereich von 4 bis 8 blieb, war mir dies noch nicht aufgefallen.

Heute waren die gegensätzlichen Auswirkungen der Blende auf die Sucherhelligkeit eindeutig. Lediglich in dem Blogeintrag von Markus Thoma las ich von einem ähnlichen Verhalten des Blendenringes an seinem Helios-44-2. Die Mehrzahl der positiven Berichte sehen dieses Vintage-Objektiv eher als Porträtlinse. Das einzige, was mir heute zur Verfügung stand, waren dagegen nur Details aus dem Garten. Die Aufnahmeabstände betrugen durchweg weniger als 1 Meter und die Blende wurde maximal geöffnet, der Blendenring zeigte also 16 an. Das Swirly Bokeh habe ich dabei noch nicht gefunden. So einen ausgeprägten Strahlenkranz mit seiner Regenbogen artigen Spektralzerlegung durch das schräge Gegenlicht von links oben habe ich bisher bei keinem Objektiv erzeugen können.

 

 


Notiz-Blog

Lediglich das Beitragsfoto ist eine Konversion, die in Silver Efex entstand. Bei den 3  Bambusaufnahmen in Schwarz-Weiß wurde innerhalb von Capture One Pro 12 bei den Basismerkmalen die Kurve „Fujifilm ACROS +R Filter“ gewählt, bei den Farbaufnahmen „Film – Standard“. Generell habe ich mich diesmal mit den Eingriffen bei Schärfung, Klarheit und Struktur zurückgehalten. Den Kontrastregler benutze ich ohnehin fast nie. Dagegen sind die Tonwerte und die RGB-Kurve mächtige Instrumente gegen die Weichheit, ohne den Nebeneffekt der unschönen Schärfeartefakte. Was mir bei diesen Bildern mit dem sehr schmalen Schärfebereich erstmals richtig bewusst geworden ist, wie selektiv Capture One beim Export mit der Ausgabeschärfung umgeht: das Verschwommene bleibt auch so; die kleine Schärfezone bekommt dagegen den richtigen Kick.

 

 

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