Frostiger 1. Advent

Vor Diekholzen.

Ich war heute früh aufgestanden. Die Blaue Stunde und die Goldene Stunde hätte ich nicht verpassen können. Allein, es gab nicht viel Blau und erst recht kein Gold. Der Morgennebel brauchte lange bis er sich hob und die Sicht auf die Umgebung freigab.

Der Frost der vergangenen Nacht hatte das Land in Rauhreif eingehüllt. Er war ungewohnt, aber es waren unerwartet viele Menschen in der Frühe unterwegs; zuvorderst natürlich diejenigen, die Ihre Hunde ausführten und dann, noch erstaunlicher, die dick eingehüllten Mountainbiker, später die Rennradfahrer auf der Straße über den Roten Berg.

Als erstes habe ich mich Richtung Hildesheim aufgemacht. Die Baumreihen haben hier zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Vor kurzem waren sie noch voll belaubt, golden leuchtend; heute dagegen tauchten die Bäume wie Gerippe aus dem Nebel hevor. Die aufsteigende Sonne hüllte etwas später das Land in ein fahles Licht, ohne zunächst aber durch den Schleier hindurch zu kommen. Das Fujinon 50-140 mm hatte ich schon lange nicht mehr benutzt. Deswegen hatte ich es heute mitgenommen. Ohne die Anpassung über die Belichtungskorrektur der XT-2 wäre die Landschaft bei den Aufnahmen ins Dunkle abgetaucht. Ich wollte aber die Momente einfangen, in denen das Licht langsam durchkam und Farben und Kontraste zurückbrachte. In den höheren Lagen leuchteten zunächst nur einige Baumwipfel im Licht.

 

Am Roten Berg

Nach ihrer Erneuerung ist die Sraße über den Roten Berg seit Freitag wieder frei. Der Nebel hatte sich hier schon zurückgezogen, hing nur noch in einzelnen Schwaden über dem Wald und gab den Blick auf die mit Reif überzogenen Bäume und Felder frei. In der Höhe kam langsam das Blau des Himmels zum Vorschein. Auf dem Gipfel des Roten Berges, am ehemaligen „Schandfleck“ habe ich den Kolibri in Blau auf schwarzer Mauer gefunden.

 

SW-Rahmen

 


Notiz-Blog

Während ich in der ersten Bilderserie die Nachbearbeitung in C1 nur in üblichen Weise ohne Ebenentechnik angefertigt habe, kamen bei der Serie über den Roten Berg die Ebenen mit Luminanzmasken zum Einsatz. Diese ermöglichen Korrekturen nur in den zugewiesenen Helligkeitsbereichen und zwar mit allen Möglichkeiten von C1. So ist das Himmelsblau z.B. Folge eines selektiven Weißabgleiches in der Luminanzmaske des Himmels. Die Farbsättigung der Bäume wurde isoliert in der Ebene mit der Luminanzmaske für die Tiefen angehoben und zwar selektiv für einzelne Farben. Bei den Basismerkmalen habe ich heute die Kurve „Fujifilm Astia (Soft)“ gewählt, weil das Leuchten des ersten Lichtes durch den Dunst betont werden sollte. So war auch der helle, teils wie Puderzucker wirkende Rauhreif auf den Bäumen und den Feldern wieder besser heraus zu arbeiten. Die gerahmten SW-Bilder sind Ergebnisse aus Silver-Efex Pro;  ebenso auch das Beitragsfoto.

Im Folgenden stelle ich zur Veranschaulichung des Entwicklungsprozesses wieder einige unbearbeitete RAW-Dateien ihren fertigen Bildergebnissen gegenüber.

 

 

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