Am Grund

Wo bleibt das Wasser?

Seit Ende der 80er Jahre kenne ich die Okertalsperre fast wie meine Westentasche – zumindest unter Wasser und in bestimmten Abschnitten. Nach und nach hatte mir mein Freund Ingo damals „seine Sperre“ gezeigt, so dass sie für uns beide lange Jahre unser ganzjähriges, heimisches Tauchrevier wurde. So spät im Jahr habe ich sie allerdings nicht mit einem derart niedrigen Füllungsstand gesehen. Der Bereich oberhalb des Gemkentales war kein bevorzugtes Tauchgebiet, weil das über die Vorsperre recht schnell zufließende Wasser mit seinen Schwebstoffen die Sicht einmal mehr erheblich behinderte. Gestern konnten wir auf unserer jährlichen Harzreise hier aber weite Teile des trocken gefallenen Armes zu Fuß erkunden. Die alten Baumreste, die durch jahrzehntelangen Aufenthalt unter Wasser tief geschwärzt und erodiert waren, wirkten skurril und die Leere der Tallandschaft sogar etwas bedrohlich – als Mahnung für die Zukunft, in der es auch für uns in Norddeutschland, trotz dieser künstlichen Speicher, bald einmal ein Mangel an Wasser geben könnte. Ja, auch in früheren Jahrzehnten fiel die Okertalsperre im Sommer trocken. Zumeist hatte aber der herbstliche Regen und die erste, Mitte Oktober einsetzende Schnee-Episode für Nachschub an Wasser bis Weihnachten gesorgt – zumindest für soviel davon, dass die Bereiche, durch die wir gestern gegangen waren, bereits längst wieder in der Tiefe lagen.


Notizblog

Alle RAW-Dateien aus der X100V wurden innerhalb von C1 mittels der Filmsimulation Acros plus R-Filter in SW konvertiert. Um die Strukturen innerhalb der tiefschwarzen Baumwurzelreste plastisch werden zu lassen, wurden Kontrast-, Klarheit- und Dehaze-Regler nach Gusto angehoben. Die Schwierigkeit bestand darin, die Schatten der dunklen Objekte tief schwarz, aber noch mit Zeichnung herauszuarbeiten ohne die hellen Gräser der Umgebung in den Lichtern ausfressen zu lassen. Letztlich wurde ein Teil der Motive wieder ausgewählt, um die Naheigenschaften des 23ers auszuprobieren.

 

 

 

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