Auf der Suche nach Hotspots

Infrarot-Fotografie in der Dämmerung.

Hotspots sind helle Flecken im Zentrum einer Fotografie in Abhängigkeit von den Eigenschaftes des Objektives, wobei die klassischen Objektive für sichtbares Licht und nicht für Infrarotlicht konstruiert wurden. So sind Hotspots nicht bei allen Objektiven und Blendeneinstellungen zu finden. Sie gehen einher mit teils schlechteren Abbildungseigenschaften der Objektive an speziellen Infrarotkameras. In dem Artikel von Peter Roskothen über den Infrarotumbau von Fujifilm-Kameras führt er u.a. Listen zur Eignung von Fujinon-Objektiven für die Infrarotfotografie an. Auf der Decatec-Webseite ist eine Liste von geeigneten Objektiven auch von anderen Herstellern zu finden.

Kürzlich hatte ich gelesen, dass nicht nur die helle Mitagssonne, sondern auch die Dämmerung für die Infrarotfotografie geeignet ist und man dem Pflanzengrün so eine eigene, teils hell strahlende Note geben kann.

Fujinon 80 mm / f 2,8 Makro

Als erstes hatte ich versucht, mit dem Makroobjektiv infrarote Nahaufnahmen vom Stativ anzufertigen. Einmal davon abgesehen, dass es mir an der X-T20 weder mit dem manuellen Fokus, noch mit dem Autofokus gelang, scharf gezeichnete Nahaufnahmen von einem Farngewächs zu erstellen, war mir bei den ersten Aufnahmen bereits auf dem LCD-Display der Kamera der helle zentrale Fleck aufgefallen.

Fujinon 35 mm / f 1,4

Nachdem ich ziemlich genervt die Versuche mit dem Makroobjektiv abgebrochen hatte, kam das 35er zum Einsatz. Der Autofokus machte keine Probleme, auch das manuelle Fokussieren gelang mit den verschiedenen Fokushilfen. Bei diesem Objektiv war bis Blende 8 kein heller Fleck in den Aufnahmen zu erkennen.

Zunächst hatte ich daher angenommen, dass das 35er kein Hotspotphänomen bieten würde. Erst nach systematischen Blendenserien und bei homogenen Bildmotiven waren mir die Hotspots bei Blende 11 und 16 auch an diesem Exemplar aufgefallen.


Notizblog

Obwohl die die meisten Hotspots auch in heller entwickelten Aufnahmen zu erkennen sind, habe ich mich zur Verdeutlichung für eine etwas dunklere Entwicklung der Infrarot-RAW-Dateien entschieden. Anders wäre der zarte Hotspot des 35ers bei Blende 11 nicht sichtbar geworden.

Infrarotfotografie bei Dämmerung erfordert in der Nachbearbeitung noch einmal stärkere Eingriffe für die fertigen SW-Bildergebnisse als Aufnahmen bei heller Mittagssonne. Die farbige RAW-Datei erleichtert eine Vorstellung von dem Aufwand bis zum fertigen Bild (Beitragsfoto und 1. Bild der anfänglichen Galerie).

 

 

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