Wildgatter am Steinberg

Ziegen füttern.

Was machen die Hildesheimer an einem feuchten, kühlen und trüben Tag wie gestern? Sie führen ihre Hunde und Kinder an das Wildgatter am Steinberg aus und gehen eine Rauchen in der Frischluft. Im Ernst, einem Nichtraucher, der seit Jahren am Arbeitsplatz keinen Zigarettenrauch mehr in der Nase hatte und dessen Freundeskreis auch nur aus Nikotinasketen besteht, fällt es besonders auf, wenn ihm in solch einem Naherholungsgebiet im Freien an jeder Ecke und Parkbank der Duft der „weiten Welt“ entgegenschlägt. Und man fragt sich wieder einmal, was das ganze Gewese um Feinstaubbelastung und Stickoxide im Verkehr mit seinen tödlichen Folgen soll angesichts einer solchen Schizophrenie.

Ja und was fotografiert man an einem solchen Tag und Ort? Ziegen hinterm Gatter, die mit Mais und Getreide aus einem Münzautomaten gefüttert werden. Wie werden solche Aufnahmen weiter entwickelt? Düster und in Schwarz-Weiß.

Das Wildgatter in Hildesheim ist ein kleines Wildgehege mit einer Auffangstation unmittelbar am Stadtrandt und zwar am Steinberg im Ortsteil Ochtersum. Auch in der dunklen Jahreszeit ist es offensichtlich ein Anlaufpunkt, um sich am Nachmittag einmal die Beine zu vertreten und sich von der Freude der Kinder (und Erwachsenen) beim Beobachten und Füttern der Tiere anstecken zu lassen. Wenn man heute über den Steinberg mit seinem hohen Baumbewuchs geht, kann man sich kaum vorstellen, dass es hier um 1900, in dem Jahr, in dem der Bau der Gaststädte „Die Kupferschiede“ begann, recht kahl gewesen ist – so wie man es auf dem Foto in der Chronik „111 Jahre Kupferschiede sehen kann.

Das 23er Fujicron mit der eingestellten Blende von 4,5 führte an der X-Pro2 zu einer Belichtungszeit von 1/40 s, eine Zeit, bei der sich Bewegungsunschärfen gut mit scharf fokussierten Bereichen kombinieren lassen. Die RAW-Dateien wurden in Capture One 12 nach Gusto entwickelt. Die SW-Entwicklungsumgebung in C1 ist intuitiv und sehr effektiv einzusetzen. Wie in Lightroom auch, kann man Farbregler als Filter benutzen, um den Bildstil zu beeinflussen. Filmkorn und Vignette sollen die Düsternis unterstreichen. Unabhängig vom gewählten SW-Stil zeigt sich die Entwicklungengine von C1 einmal mehr bei den RAW-Dateien von Fujifilm eindeutig gegenüber LR überlegen. Zufällig hat wiederum Michael Damböck heute ein YouTube-Video über die SW-Entwicklung mit Capture One veröffentlicht, das eine kurze und präzise Übersicht hierzu gibt, weswegen ich es noch einmal verlinke – auch weil seine Bildbeispiele etwas anschaulicher und auch „spektakulärer“ sind als Ziegenfotos.

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