Zu spät gekommen

Dietmar aus Otze im Zirkus Roncalli –

Anfangs dachte ich, bei der elektronischen Musiknummer handelte es sich um den schwächsten Teil der Vorstellung – bis der Akustikartist ins Puplikum ging und dort auf Dietmar traf. Dietmar war zu spät gekommen, in der einen Hand eine Tüte Popkorn und in der anderen eine Cola. So wurde er nun zwangsläufig und unfreiwillig zum Teil der Musiknummer. Dietmar kommt nicht aus Hannover, sondern aus Otze. Er schien wie ein typischer wohlbeleibter Niedersachse mit einem gewissen unfeurigen Phlegma und machte notgedrungen die Gesangs- und Tanzeinlagen unbeholfen mit.

Das ist Dietmar, der Zweite von links.

Bis zum Schluss wurde der Anschein und die Spannung aufrecht erhalten, es handele sich um einen aus dem Publikum – bis Dietmar sich nach einer Breakdance-Einlage als einer der Artisten zu erkennen gab.

So fügte sich die Musiknummer doch mit Humor und einem Augenzwinkern nahtlos in das abwechslungsreiche, unterhaltsame und äußerst kurzweilige  Programm vom Zirkus Roncalli ein. Vorneweg gleich eine Frage beantwortet. Was hat mir am besten gefallen? – Alles!

 

Der tierlose Zirkus

 

Die Show beginnt zum ersten Teil

 

Nonstop Lifemusik

 

Pause

 

Der zweite Teil

 

Finale

Auf der Webseite des Zirkus Roncalli können Namen und Details der Artisten nachgelesen werden. Es ist schwer, eine/n davon besonders hervorzuheben. Nach dem lebhaften Beifall mag es aber doch einen Publikumsliebling geben.

 

Der Star des Abends

Mit dem großen Buch in der Hand.

 

Notiz-Blog

Das einzige Mal, dass ich in einem Zirkus fotografiert habe, ist bereits mehr als 30 Jahre her. Ich war damals tief enttäuscht, dass mir praktisch keine Aufnahme gelungen war. Mit der Nikon F2AS und dem 105er sowie dem 200er war ich viel zu langsam, um mit dem hohen Tempo der Artisten und Tiere mit zu kommen – die Kehrseite der rein manuellen Fotografie. Heute dagegen war das Tempo in der Vorstellung kein großes Problem.

Wenn ich nicht vor geraumer Zeit ein Video von dem Fotografen Michael Damböck aus Stuttgart gesehen hätte, in dem er beschreibt wie er unter Capture One bei kontrastreicher Konzertbeleuchtung mit den Reglern Klarheit, Struktur, Kontraste und Schärfen umgeht, dann hätte ich mich nicht zu den starken Eingriffen in die Bilddateien getraut, die hier teilweise notwendig waren, um Farben plakativer und Strukturen stärker hervorzuheben. Vorneweg hat mir hier die C1-Version von Fujifilm Velvia (Vivid) sehr geholfen, Dynamik und Leuchtkraft in die Bilder zu bekommen – für diese Fotomotive finde ich sie geradezu wie geschaffen. Bei den SW-Umwandlungen habe ich Silver Efex Pro mit dem Preset „Klassisch, Hohe Struktur (weich)“ gegenüber der SW-Version aus C1 bevorzugt, weil ich in C1 die Plastizität nicht hinbekommen habe.

Die Klarheit wurde bis in höhere 2stellige Werte angehoben, der Strukturregeler aber etwas weniger, ohne dass Artefakte auftraten. Auch der ungewöhnlich stark angehobene Schärferegler (teils Ausgangswert in C1 verdoppelt) führte zu keinerlei der früher unter Lightroom gefürchteten „Würmchen“. Skalierung und Ausgabeschärfung waren dagegen wie immer.

Im ersten Teil habe ich das 35er mit 1,4 bewusst eingesetzt, um die Zuschauerperspektive mit sichtbaren Köpfen am unteren Bildrand zu betonen. Im zweiten Teil kam dann das 56er mit 1,2 zum Einsatz. Zur herausragenden optischen Qualität der beiden „Fujilux“-Objektive bleiben keine Fragen offen. Während ich die Verschlusszeit beim 35er auf 1/60 s nach unten hin begrenzt hatte und einige verwaschene Bewegungsartefakte erhielt, habe ich bei dem 56er die längste Belichtungszeit auf 1/125 begrenzt. Der Autofokus hat nur ausnahmsweise bei sehr dunkler Beleuchtung gehadert. Die extreme Beleuchtung der Akteure bereitete eher gegenteilige Probleme, die an der X-Pro2 aber sehr gut mit dem Belichtungskorrekturrad und dem elektronischen Sucher zu kontrollieren waren. Teils war eine Korrektur bis -3 Stufen notwendig. Die Spotmessung habe ich nicht benutzt. Die X-Pro2 stand auf elektronischen Verschluss und war somit lautlos.

Nicht kommerzielle Fotografie ohne Blitz war ausdrücklich erlaubt. So steht es auch auf der Webseite von Roncalli zu lesen und wurde zu Beginn der Veranstaltung auch noch einmal per Lautsprecher mitgeteilt. Ton- und Video-Aufnahmen waren dagegen nicht gestattet.

 

 

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