Unentschlossen

Licht und Struktur.

Bei den ersten Versuchen, RAW-Dateien, die während eines Industriefotoprojektes entstanden sind, zu entwickeln, war bei der Mehrzahl der Motive schnell klar, ob sie in Farbe oder Schwarz-Weiß präsentiert werden sollen. Auch war dann keine Frage, ob mehr die Strukturen oder die Licht-Schatten-Gegensätze betont werden müssen. Bei anderen Motiven ergaben sich diese Antworten nicht sofort. Daher habe ich einige, z.T. sehr differierende Entwicklungen derselben Datei angefertigt, die ich hier gegenüberstelle; unabhängig davon, ob die Motive später tatsächlich verwendet werden oder ob noch eine andere Entwicklungsvariante zum Einsatz kommt.

Bei den einzelnen Motiven wird zuerst die farbige Grundentwicklung in C1 dargestellt; das ICC-Profil „Auto“ aus C1 wurde beibehalten. Die zweite Farbdatei ist lediglich im ICC-Profil geändert auf „Classic Chrome“, was nicht nur eine neue Fabrcharakteristik mit sich bringt. Die dritte und vierte Variante sind jeweils in Silver Efex Pro erstellte Modifikationen derselben Ausgangsdatei, entweder mit fein und weich ausgearbeitet Strukturen, aber mit betonten Tiefen bzw. Schwarz („Hohe Struktur (weich)“. Die 2. SW-Variante hat ihren Ausgang im Preset „Künstlerisch (High-Key-Effekt, gerahmt)“, wobei ich aber hier von der High-Key-Belichtung z.T. stark abgewichen bin.

 

Während die Entscheidung bei den Farbaufnahmen diesmal für die Filmsimulation „Classic Chrome“ (nicht von Fujifilm, sondern die von Capture one) gefallen ist, so wird die SW-Ausarbeitung je nach Motiv variabel sein. Ich bin zwar ein Freund von begrenzenden oder betonenden Rahmen, aber nicht jedes Motiv ist hierfür geeignet. Auch kommt der hier verwendete zarte Rahmen bei dem weißen Hintergrund dieser Webseite nicht richtig zur Geltung.

Es ist immer wieder beeindruckend, welchen Dynamik-Umfang die RAW-Dateien aufweisen. Wenn sie korrekt (mehr auf die Lichter) belichtet sind, dann lassen sich durch die beiden HDR-Regler in C1 Details wieder hervorbringen – was früher nicht denkbar gewesen wäre. Dennoch sind diese HDR-artigen Bildergebnisse nicht immer dem Motiv zuträglich. Gerade bei den z.T. extremen Licht-Schatten-Gegensätzen dieser Architektur scheint es für die Bildwirkung interessanter zu sein, wenn man die Schatten tatsächlich größtenteils im Dunklen lässt und nur eine Andeutung von darin enthaltenen Strukturen gibt. Auch ist seltsamerweise bei manchen Maschinen ein gröbere Betonung des jahrzehnte alten Staubes oder des Rostes besser. Bei anderen Motiven scheint dagegen eine weiche Puderzucker artige Oberfläche geeigneter zu sein. Um nicht durch den Faktor Bildwinkel abgelenkt zu sein, wurden hier ausschließlich Aufnahmen mit dem 35er Fujilux (entsprechend 50 mm Vollformat) verwendet.

 

 

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