Digitalisierungsfrust – Kapitel Negativ-Film 3

Gewaltakt.

Und dennoch sind die Rohdateien aus dem Negativscan meiner letzten Fotorunde mit der Finetta 99 und einem Fujcolor C200 nicht zu retten. In der folgenden Gegenüberstellung stehen links die Roh-JPGs, die ich auf der gelieferten DVD vorgefunden habe und rechts die Ergebnisse meiner Versuche, die Scans in Bilder zu verwandeln. Die ausgegebenen JPG-Dateien haben in Capture One jeweils die gleiche Kompression sowie (leichte) Ausgabeschärfung (für Monitor) erhalten wie alle Bilder dieser Webseite. An der Farbgebung habe ich nichts geändert.

Die Negative selber wirken mit bloßem Auge nicht verdächtig. Die Belichtung der Aufnahmen und die Dichte der Negative sind o.k. – einer genauen Prüfung mit einer Lupe habe ich sie allerdings noch nicht unterzogen. In der obigen Übersicht wurden die besseren JPG-Exemplare herausgesucht. Andere sind noch weit flauer und verwaschener. Es fällt auf, dass kleinere Details wie Rosenblüten, Gräser oder Hagebutten ein gute Auflösung und Kantenschärfe aufweisen, dagegen aber grüne Blätterkronen der Bäume und Mauerflächen in unscharfer Matschigkeit verschwimmen. Mit Capture One habe ich zahlreiche Versuche unternommen, den Bildern mehr Biss und Plastizität zu geben. Erst der wirkliche Gewaltakt mit dem Schärferegler brachte etwas. Unschöne und deutliche Schärfeartefakte sind dabei unvermeidbar, selbst wenn man den Schwellenwert anhebt. Ich nehme an, dass entsprechende Photoshop-Aktionen wie „Unscharf maskieren“ wahrscheinlich keine besseren Resultate erbracht hätten. Die folgenden extremen Einstellungen, die bei digitalen Aufnahmen niemand wählen würde, liegen den Ergebnissen auf der rechten Seite zugrunde. Ergänzend hierzu wurde bei allen Dateien eine leichte S-förmige RGB-Kurve gewählt.

 

 

 

 

 

 

 

So geht´s auch

Dass es bei der Digitalisierung von Negativ-Filmen auch anders zugehen kann, zeigen Beispiele, die mir wieder einmal von -fotodisc- zur Verfügung gestellt wurden. Die kommerziellen Negativ-Scans eines Fujicolors C200 stammen von einem großen deutschen Fotodienstleister. Die folgenden JPG-Dateien wurden nicht bearbeitet, sind aber geringfügig größer. Es handelt sich ebenfalls um einen Farbnegativfilm, belichtet mit einer alten Nikonos V.

Die gleichen Negative, von -fotodisc- auf seinem Flachbettscanner digitalisiert und leicht nachbearbeitet, folgen hier.

Als letztes noch eine kleine SW-Serie: Negative eines Agfa APX 100, von -fotodisc- mit einer Voigtländer VSL1 und dem dazugehörigen Color Ultron 1,8/50 mm belichtet, per Hand in Rodinal entwickelt, wiederum auf einem Flachbettscanner digitalisiert und leicht per Software nachgeschärft.

Selbst wenn die mit einem Flachbettscanner digitalisierten Negative etwas hinter dem letztgenannten kommerziellen Scan zurückstehen, so sind die Unterschiede zu meinen hiesigen Ergebnissen mit den „professionellen“ Scans von Kodakcolor Gold, Ilford XP2 und Fujicolor C200 ganz eklatant.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.