Watameter entstaubt

Entfernungsmesser aus Braunschweig.

Als ich meine erste Finetta 99 L hier in Hildesheim erwarb, saß auf dem Blitzschuh ein externer Entfernungsmesser der Firma Edmund Wateler (Wata), Fabrik Opt.-Fotogr. Erzeugnisse in Braunschweig. Mit einigen Experimenten hat sich die Bedienung schnell erschlossen. Wer in einer deutschen Bedienungsanleitung nachlesen möchte, der findet auf cameramanual.org eine kurz gehaltene Anleitung für alle 3 Versionen des Watameters. Im winzigen Sucher lassen sich als Brillenträger mit etwas Mühe die beiden Mischbilder erkennen und mit dem großen Drehregler in Deckung zu bringen. Bei der Version 1 des Watameters muss dann außen am Drehrad die Entfernung des Objektes abgelesen werden, um den Wert anschließend auf das Objektiv zu übertragen. Die Versionen „2“ und „Super“ ermöglichen das Ablesen der Entfernung auf einer Skala im Sucher. Cheyenne Morrison hat sich in seinem Artikel „Watameter Super – The Rolls Royce of Rangefinders“ auf der Webseite Casual Photophile ausführlich der letzten Version aus dieser Reihe von Entfernungsmessern gewidmet.

Weil ich mich erst einmal mit der Bedienung der Finetta 99 vertraut machen wollte, habe ich den Watameter beiseite gelassen und zunächst nur mit der Einstellung „unendlich“ am Objektiv fotografiert. An der Kamera verdeckt der Entfernungsmesser ungünstig das Belichtungszeitenrad. Ich benötigte daher einige Versuche bzw. Übungen, um mit montiertem Watameter die Belichtungszeiten am Einstellrad der Kamera zu ändern. So habe ich ihn erst für den 2. Film, den ich mit der Finetta belichten wollte, entstaubt und seine optischen Flächen vorsichtig gereinigt.

Mit dem aufgesetzten Watameter ist die Bedienung des Zeitenrades an der Finetta 99 Fummelei. Der Watameter ragt über den hinteren Teil des Belichtungszeitenknopfes. Dieser Drehknopf muss zum Verstellen leicht angehoben werden, um dann bei der jeweiligen Zeit wieder fest einzurasten – was mit Übung aber letztlich doch schaffen ist. Im übrigen habe ich durch „mutiges“ Aufziehen der Motorfeder bis zum spürbaren Anschlag und durch wiederholtes frühzeitiges Wiederaufziehen die seltsamen Phänomene am Belichtungszeitenrad (Nichteinrasten in der Zeitstufe) und beim Filmtransport (Weitertransport des Filmes ohne Verschlussöffnung und Bildbelichtung) nicht beobachtet.

Frisch geputzt und mit einem Farbnegativfilm  von Fuji geladen ging es vor gut 2 Wochen zu einer neuen Fotorunde in das Kloster Marienrode. Leider war ich doch etwas spät dran. Es hatte sich leicht zugezogen und die golden leuchtende Nachmittagssonne etwas abgedeckt.

 


Notiz-Blog

Lediglich das Beitragfoto habe ich diesmal mit Silver Efex entwickelt. Die übrigen SW-Aufnahmen der Finetta und des Watameters sind ausschließlich in Capture One ausgearbeitete RAW-Dateien. Ich habe hier tatsächlich bei den Basismerklmalen die Kurve „Film – Standard“ gewählt und leichte Korrekturen bei der Belichtung und der Klarheit eingefügt, um die Bilder dann innerhalb von C1 in Schwarz-Weiß umzuwandeln.

 

 

 

 

 

Somit bleiben Detailreichtum und Nuancen der Grauabstufung sichtbar höher als mit verschiedenen Entwicklungsvarianten innerhalb von Silver Efex. Wenn man einen solchen „cleanen“ Look mag, bleibt dieser Weg in C1 unübertroffen. Möchte man dem SW-Bild aber eine besondere, stilisierende Note geben (die dann mit einem gewissen Detailverlust einhergeht), dann bieten sich weiterhin die Prests innerhalb von Silver Efex als Ausgangspunkt für eigene Anpassungen an.

 

– Weiterlesen –   …  „Finetta 99 und Watameter“

 

 

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