Tristan kommt

Es beginnt zu schneien.

Ein leckeres Ossobuco alla Gremolada mit frischer Polenta, die letzte Flasche Novello, ein Espresso-Eis sowie anschließend ein ziemlich blöder Spielfilm über Cowboys und Aliens mit zwei bekannten Schauspielern mussten verdaut werden. Es war schon sehr spät. Aber das einsetzende Schneetreiben veranlasste meine Frau zu dem Vorschlag, noch einmal die Beine zu vertreten. So haben wir uns kurz nach Mitternacht bei etwa 4 Grad Frost in die Nacht aufgemacht. Der Wind schien weniger schneidend und die Straßen waren gerade etwas gepudert, die größeren vom Streusalz getaut. Sie waren alle nahezu menschenleer. Lediglich 1 Fußgänger war zu der Stunde noch unterwegs. Ein Mann belieferte mit seinem Transporter eine der beiden Bäckereien im Ortszentrum. Die Aufnahmen der Fußabdrücke geben einen Eindruck von der Intensität des Schneefalles. Zudem ist ersichtlich wie rasch die Dichte des Schneetreibens in der kurzen Zeit des Spazierganges zugenommen hatte.


Notizblog

Die Mehrzahl der RAW-Dateien, die bei Blende 2,0 und ISO 6000 aufwärts (überwiegend aber ISO 12800) aufgenommen wurden, erhielten eine SW-Entwicklung nach Gusto. Der Dehaze-Regler verhalf mit leicht negativer Einstellung dem Schneetreiben zu einer besseren Deutlichkeit. Klarheit, Kontraste und Schwarzwerte wurden zurückhaltend behandelt, da sonst die Sichtbarkeit der durcheinander wirbelnden Schneeflocken wieder verloren ging. Das endgültige Finish erhielten sie mit ein oder zwei B&W-Styles, die Capture One beigefügt waren. Die Farbaufnahmen wurden anfangs ähnlich behandelt, dann aber in die Filmsimulation „Velvia (Vivid)“ umgewandelt und zum Schluss doch wieder leicht in den Kontrasten angehoben, um das Leuchten der Farben gegenüber dem dunklen Nachthimmel noch mehr zu betonen. Gab es Probleme mit der X100v? Nein, Frost und Nässe ließen sie (und den Akku) unbeeindruckt.


Wetterblog

Seit Tagen hatten die Wetterberichte die kommende Schneefront, die das Tief „Tristan“ mit sich bringt, angekündigt, anfangs in etwas voneinander abweichenden Meldungen, im Verlauf des Samstages doch immer einheitlicher in den Inhalten. Nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sollten wir in der tief dunkelroten Zone liegen. Die Blicke aus dem abendlichen Fenster ließen uns zunächst etwas zweifeln. In den späten Abendstunden setzte dann jedoch der Schneefall an. Der im Tagesverlauf vorherrschende eiskalte Ostwind schien etwas seinen Biss verloren zu haben, wirbelte jedoch die Schneeflocken zu einem dichtem Treiben umher. Nach der Niederschlagskarte vom DWD haben wir bei unserem Spaziergang quasi nur die Vorhut erlebt. Aus dem Süden nahte für die späteren Nachtstunden und den folgenden Sonntag das dunkelgrüne Niederschlagsfeld, das eine erheblich größere Schneemenge vorhersagte.

 

 

 

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