Auf der Suche nach Licht

Abendspaziergang auf  der schwarzen Heide.

Von dem kleinen Parkplatz in Söhre ging es leicht bergan Richtung Westen, direkt in die tiefstehende Abendsonne. Es war luftig und angenehm temperiert, gerade richtig für einen kleinen abendlichen Fotospaziergang. Zur rechten Hand fällt der Hang über noch grüne Felder seicht ab in Richtung Barienrode. Dahinter ist in der Ferne die Silhuette von Hildesheim zu sehen. Linker Hand sind alte Obstbaumwiesen zum Vogelschutz eingezäunt. Man geht so ein kleines Stück aufwärts bis man durch dichteren Baumbestand letztlich auf das schräge Plateau der Schwarzen Heide kommt, das etwas nach Südwesten abfällt. Folgt man dem Weg etwas weiter, so kommt man an die Rinderweiden und den Friedhof von Barienrode. Viele machen hier ihren Spaziergang mit und ohne Hunde oder fahren den Trampelpfad entlang mit dem Mountainbike. Eigentlich hatte sich außer mir keiner länger auf der Heidefläche aufgehalten, obwohl es sich um einen ruhigen, idyllischen Ort mit einer wunderbaren Aussicht handelt. Eine farbige Fotoserie (Schwarze Heide – Fuji-RAW) von diesem Ort liegt mittlerweile knapp vier Jahre zurück.


Notizblog

Auch bei diesen Fotos war die in Capture One integrierte Filmsimulation „Fujifilm ACROS plus R-Filter“ die Ausgangsbasis für die weiteren Entwicklungsschritte. Die vorgegebene Schärfeeinstellung wurde diesmal nicht geändert. Die Belichtung wurde nur um 1/3 Blende reduziert, der Kontrast auf Stufe 13 angehoben. Die Lichter und Schwarzwerte wurden leicht abgesenkt; die Regler für Klarheit, Struktur und Dehaze dagegen angehoben auf 10 bis 15. Eine Tonung erfolgte nicht. Keine der Aufnahmen erschien geeignet für eine IR-Farbmodifikation. Alle Aufnahmen entstanden mit dem Fujinon 16 mm / 1,4 an einer Fujifilm X-T20.

Die über eBay-Kleinanzeigen erworbene, erfreulich preiswerte, aber nahezu neuwertige Kamera (Shutter-Count < 2000) wurde von Sven Lamprecht (IRreCams.de) umgebaut: Infrarot Umbau Service, Fujifilm Spiegellos, X-T20, Filter: 700 nm (Farbe/SW). Fujifilm ist bei Lamprecht nur eine von vielen Firmen, deren Kameramodelle von ihm modifiziert werden. Der Zeitaufwand für den Umbau war ein verlängertes Wochenende. Kommunikation, Service und Lieferung waren hervorragend. Mein lang gehegter Traum in dieser Richtung bekam letztlich durch den Artikel von Peter Roskothen (fotowissen.eu) seinen letzten Anstoß, auch mit dem Gutschein von 10% auf den Umbau (gilt bis zum 30.07.2021).

Das Mitschleppen eines Statives, Langzeitbelichtungen oder Aufnahmen mit hohen ISO-Werten sind somit Vergangeheit. Die einzige echte Umgewöhnung an der kleinen Kamera bringt der fehlende Joystick mit sich, indem man gezwungen ist, den Fokuspunkt auf dem LCD-Schirm an der Kamerarückseite festzulegen – was mir persönlich wieder die Vorteile des Sucherprinzips der X-Pro3 im Handling deutlich macht. Auch ist die Kamerabalance mit dem für Fujifilm vergleichsweise großen und schweren Weitwinkelobjektiv etwas frontlastig. Für den Dauergebrauch wäre mit die X-T20 oder ihr Nachfolger, die X-T30 (eine X-T40 wird es auf absehbare Zeit nicht geben) zu klein. Als IR-Spezialkamera ermöglicht sie aber eine große Einfachheit der IR-Fotografie, verbunden mit einer Bildqualität, die der aktuellen Kamera-Reihe mit dem neueren Sensor-Typ (X-Pro3, X-T3 und X-T4) kaum nachsteht.

 

 

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