Farbzwang

Auf Biegen und Brechen.

Es hat mir keine Ruhe gelassen. Das Problem der Infrarotfotografie in Farbe ist noch nicht gelöst. Die Technik ist im Prinzip einfach: Weißabgleich in Capture One, dann Kanaltausch Rot gegen Blau in Affinity Photo und anschließend weitere Bildentwicklung. Die Mehrzahl der Bildergebnisse ist dennoch unbefriedigend. Zum einen zeigen sich erstaunliche Überstrahlungen der (Fehl-)Farben in den Himmel und zum anderen gelingt mir die weitere Detailentwicklung der zurückgegebenen TIFF-Dateien in Capture One nicht mehr – ich erhalte überwiegend „schmutzige“ Bildergebnisse ohne das typische „Leuchten“ des Blattwerks. Farbüberstrahlungen sind mir bei der Recherche auch in anderen Fotoblogs, die sich mit der Farb-Infrarotfotographie beschäftigen, aufgefallen, teils sogar noch stärker als in den hier gezeigten Bildbeispielen. Dennoch wirkte dabei die allgemeine Farbseparation viel stärker als hier. Dies Phänomen ist auch unabhängig vom gewählten Punkt für den Weißabgleich. Meine bisher noch verbliebene Vermutung ist, dass die Ursache möglicherweise in der späten Tageszeit meiner Aufnahmen, dem tiefen Sonnenstand und damit der eher horizontalen Schattengebung zusammenhängen könnte. Infrarotfotografie wird – im Gegensatz zur normalen Fotografie – als Domäne der Mittagsfotografie mit dem höchsten Sonnenstand beschrieben, bei der die Schatten unterhalb der fotografierten Objekte liegen infolge des starken, flächigen Lichteinfalles von oben.


Notizblog

Da mir nach dem Kanaltausch die weitere Bildentwicklung nicht gelingen wollte, habe ich kurzerhand auf Color Efex Pro 4 aus der NIK-Suite zurückgegriffen und mit dem Preset „Detail Extractor“ die „starken großen Details“ angehoben, ein Schritt, den ich zumeist nur bei stilisierender SW-Bearbeitung mache. Heute dachte ich, es könnte auch bei Falschfarbenfotografie passen.

 

 

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